Leerstand bei Mietwohnungen auf Tiefstand

Hamburg. Der Markt für wohnungssuchende Mieter in Hamburg wird immer enger. Der Leerstand hat ein historisches Tief von weniger als 1,5 Prozent erreicht, stellte die HypoVereinsbank in ihrem neuen Wohnimmobilienmarktbericht Hamburg fest. "Die Mieten steigen das vierte Jahr in Folge ungebremst, so stark wie in kaum einer anderen Stadt Deutschlands", sagte Thomas Laurisch, Bereichsleiter Nord im Privatkundengeschäft.

Besonders stark zogen die Mieten in den Stadtteilen Hamm, Borgfelde und Barmbek-Nord an und bei Kleinwohnungen. In mittleren Lagen stieg die durchschnittliche Miete auf mehr als zehn Euro pro Quadratmeter. Preissensible Mieter und Studenten wichen verstärkt auf bisher günstige Stadtteile wie Horn, Rothenburgsort, Veddel und Wilhelmsburg aus. Die Autoren der Studie erwarten daher künftig dort Preissteigerungen und kritisieren, dass generell der Mietwohnungsbau "trotz bester Verkaufs- und Vermietungsperspektiven" nicht wirklich anspringe. Daher werde der Mietwohnungsmangel bestehen bleiben, die Mieten werden weiter leicht steigen, so die Studie: "Das unzureichende ,bezahlbare Wohnungsangebot' für Haushalte mit normalem oder geringem Einkommen bleibt problematisch."

Auch für Käufer wird das Angebot knapper. "Mittlerweile werden zwar weniger Immobilien verkauft. Die ist jedoch kein Indikator für eine nachlassende Nachfrage, sondern vielmehr Zeichen für einen zunehmenden Mangel an geeigneten Objekten", sagt Laurisch. Laut Studie ist eine beschleunigte Preisentwicklung bis in die mittleren und einfachen Lagen spürbar. Kräftige Preissteigerungen gab es in Altona, Bahrenfeld und Barmbek und in den Szenestadtteilen Ottensen, St. Georg, St. Pauli, Schanzen- und Karolinenviertel. Für Eigentumswohnungen stiegen die Kaufpreise seit 2009 deutlich. Im Schnitt kosten Neubauwohnungen heute in mittleren bis guten Lagen rund 4500 Euro pro Quadratmeter - ein Plus von sieben Prozent zu 2011.