Airbus erhält Rekordauftrag von Billigfluglinie aus Indonesien

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Lion Air bestellt 234 Flugzeuge für 18,4 Milliarden Euro

Paris. Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat den größten Auftrag seiner Geschichte von einem indonesischen Billigfluganbieter erhalten. Lion Air hat 234 Flugzeuge für insgesamt 18,4 Milliarden Euro bestellt. Airbus-Chef Fabrice Brégier und Lion-Air-Chef Rusdi Kirana besiegelten die Order am Montag im Beisein des französischen Staatspräsidenten François Hollande in Paris. Der Auftrag sei "der größte für Airbus sowohl was die Zahl der Maschinen als auch das Gesamtvolumen angeht", sagte Hollande.

Die Asiaten sollen 174 Maschinen der neuen Baureihen A320neo und A321neo erhalten. Hinzu kommen 60 herkömmliche A320-Modelle. Die Flugzeuge der Baureihe neo sollen ab 2016 ausgeliefert werden, die der bisherigen Version ab 2014. Mit den neuen Maschinen will Lion Air sein Streckennetz im asiatisch-pazifischen Raum ausbauen und neue Fluggesellschaften außerhalb Indonesiens gründen. Mit dem Auftrag von Lion Air luchsten die Toulouser Boeing einen seiner größten Kunden in den Schwellenländern ab.

Die Indonesier hatten noch vor zwei Jahren 201 Maschinen für 22 Milliarden Dollar bei den Amerikanern bestellt. Lion Air baute seine Flotte zuletzt stark aus, um den Bedarf nach Mittelstreckenfliegern auf dem schnell wachsenden Luftfahrtmarkt des Landes zu decken. Lion-Air-Chef Kirana kündigte an, für 2015 den Gang an die Börse erneut anzustreben. Erst im vergangenen Jahr hatten die Indonesier dieses Vorhaben wegen der allgemeinen Marktturbulenzen auf Eis gelegt. Auf die Frage, was mit den frisch bestellten Maschinen geschehen soll, sagte Kirana: "Ich werde neue Airlines in anderen Ländern gründen, im asiatisch-pazifischen Raum."

Trotz konjunktureller Schwankungen erweist sich das Verkehrsfliegergeschäft als robust. Zahlreiche Fluglinien modernisieren ihre Flotten, um mit spritsparenden Jets auf steigende Treibstoffpreise zu reagieren. Airbus hatte vergangene Woche einen Großauftrag bekannt gegeben: Die türkische Fluglinie Turkish Airlines bestellte 82 Maschinen aus der A320-Familie im Wert von insgesamt 9,3 Milliarden Dollar (7,17 Milliarden Euro). Darüber hinaus ging Turkish Airlines eine Kaufoption für 35 zusätzliche Flugzeuge ein. Damit würde sich der Gesamtwert der Bestellung von dann 117 Flugzeugen auf umgerechnet rund 11,9 Milliarden Euro belaufen.

( (HA) )

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