Hamburger Klinikkonzern

Asklepios darf Anteile an Rhön aufstocken

Das Bundeskartellamt hat eine Aufstockung des Asklepios-Anteils an Rhön auf mehr als zehn Prozent unter Auflagen genehmigt.

Hamburg/Bonn. Der Hamburger Krankenhauskonzern Asklepios darf seine Beteiligung am Rivalen Rhön-Klinikum erhöhen und kann eine Übernahme der fränkischen Klinikkette damit dauerhaft verhindern. Das Bundeskartellamt habe eine Aufstockung des Asklepios-Anteils an Rhön auf mehr als zehn Prozent unter Auflagen genehmigt, teilten die Wettbewerbshüter am Donnerstag mit. Die Entscheidung war mit Spannung erwartet worden, da Asklepios im vergangenen Jahr durch seinen Einstieg bei Rhön die gut drei Milliarden Euro schwere Übernahme der fränkischen Firma durch den Gesundheitskonzern Fresenius blockiert hatte.

Mit einem Anteil von mehr als zehn Prozent kann Asklepios einen Verkauf von Rhön nun dauerhaft verhindern, da bei den Franken laut Satzung mehr als 90 Prozent Zustimmung für wichtige Entscheidungen nötig sind. Vor einer Aufstockung muss Asklepios zwei Häuser im Raum Goslar verkaufen, damit es dort nicht zu einer marktbeherrschenden Stellung kommt: die Harzklinik und das Medizinische Versorgungszentrum Harz. In allen anderen Märkten könne Rhön, trotz einer Minderheitsbeteiligung des Konkurrenten, prinzipiell weiter als Wettbewerber von Asklepios auftreten, argumentiert das Kartellamt - "wenngleich auch angesichts der Sperrrechte mit eingeschränktem Spielraum". Kartellamtspräsident Andreas Mundt: "Wir müssen sicherstellen, dass die Patienten vor Ort noch eine gewisse Auswahl zwischen verschiedenen Krankenhausträgern haben, um den Qualitätswettbewerb zwischen den Häusern zu erhalten." Deswegen hatte die Behörde Mitte Dezember Bedenken gegen eine Aufstockung der Asklepios-Anteile geäußert, die der Konzern nun durch sein Verkaufsangebot der beiden Häuser im Raum Goslar ausräumen konnte. Einen Mehrheitsanteil an Rhön dürfe Asklepios aber nicht übernehmen.

Neben Asklepios sind an Rhön Fresenius und der Krankenhauszulieferer B. Braun mit gut fünf Prozent beteiligt. Auch der Eigentümer des Konkurrenten Sana hält laut Finanzkreisen ein beträchtliches Aktienpaket. An der Börse, wo einige Investoren bis zuletzt auf eine Übernahme von Rhön gehofft hatten, fielen die Aktien der Krankenhauskette um 2,4 Prozent auf 16,38 Euro.