Schleswig-Holstein

Ramsauer zum Nord-Ostsee-Kanal eingeladen

Die Angelegenheit sei dringlich, weil die internationale Seeschifffahrt die Befahrbarkeit des Kanals zunehmend infrage stelle.

Kiel. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) nun offiziell zu einem Besuch des Nord-Ostsee-Kanals (NOK) eingeladen. "Wir möchten Ihrem Haus anbieten, einen gemeinsamen Termin mit allen relevanten Akteuren am NOK zu organisieren", schrieb Meyer am Montag in einem Brief. Die Angelegenheit sei dringlich, weil die internationale Seeschifffahrt die Befahrbarkeit des Kanals zunehmend infrage stelle.

Die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord (WSD) des Bundes hatte vergangenen Mittwoch bekannt gegeben, dass die beiden großen Schleusen in Brunsbüttel wegen akuten Reparaturbedarfs für zwei Wochen geschlossen werden müssen. Schiffe mit mehr als 125 Meter Länge, 20,5 Meter Breite und 6,5 Meter Tiefgang können damit den Kanal nicht mehr passieren. Größere Schiffe müssen nun einen langen Umweg über das dänische Skagen in Kauf nehmen. Das betrifft etwa die Hälfte aller Schiffe, die sonst den Nord-Ostsee-Kanal passieren. Im vergangenen Jahr wurden bei 35.000 Passagen von Handelsschiffen insgesamt 104 Millionen Tonnen Ladung durch den Kanal transportiert.

Meyer bittet nun Ramsauer, den Zustand des NOK noch vor der Maritimen Konferenz Anfang April in Kiel zu begutachten. Ramsauer habe versprochen, diese Möglichkeit zu prüfen, hieß es. Die Schleusensanierung und der Bau einer dringend erforderlichen fünften Schleusenkammer sind längst überfällig, aber nicht in Gang gekommen. Ramsauer hatte im April 2012 den ersten Spatenstich für die fünfte Schleusenkammer gemacht. Seitdem laufen jedoch lediglich Vorarbeiten.