Nordex macht höhere Verluste - aber die Aktie steigt kräftig

Hamburg. Mit der Aussicht auf eine baldige Rückkehr in die schwarzen Zahlen hat der Windturbinenbauer Nordex die Anleger über die massiven Verluste des Vorjahres hinweggetröstet. Firmenchef Jürgen Zeschky kündigte am Montag für 2013 eine operative Umsatzrendite von zwei bis drei Prozent an, bei einem deutlichen Anstieg der Erlöse auf 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro. Das wäre im besten Fall ein operativer Gewinn (Ebit) von 39 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr hatten Restrukturierungskosten in China und den USA für einen Verlust im operativen Geschäft von 61,1 (Vorjahr: minus 27,0) Millionen Euro gesorgt. Die Einmalaufwendungen bezifferte Zeschky mit insgesamt 75 Millionen Euro.

Das Umsatzziel sei bereits zu rund 80 Prozent über den festen Auftragsbestand abgedeckt, versicherte Zeschky. Mit einem Anteil von 94 Prozent von insgesamt 1,3 Milliarden Euro stamme der Großteil des Rekordauftragseingangs aus Europa und Südafrika. Den Auftragsbestand bezifferte der Manager mit rund einer Milliarde Euro. Der Umsatz kletterte 2012 um 17,3 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Die endgültige Bilanz will Nordex am 25. März veröffentlichen.

Zeschky hatte bereits angekündigt, nach der erfolglosen Partnersuche in China die Rotorblattproduktion in der Volksrepublik dichtzumachen. Von den 160 Stellen fallen etwa 130 weg.

In den USA kommen die erneuerbaren Energien - anders als gehofft und erwartet - nicht in Schwung, da derzeit die Energiepreise dort auf einem niedrigen Niveau liegen. Nordex ächzt seit Jahren wie die Wettbewerber Repower mit der Konzernmutter Suzlon und Vestas unter Überkapazitäten und Preisverfall.

An der Börse sorgte der Ausblick für Euphorie. Der Aktienkurs schnellte um mehr als 13 Prozent auf 4,38 Euro nach oben - den höchsten Stand seit elf Monaten. Die Titel waren damit größter Gewinner im TecDAX.