Sportartikelhersteller Puma verliert drastisch an Gewinn

Herzogenaurach. Der Sportartikelhersteller Puma steckt in der Krise: Trotz eines Rekordumsatzes ist der Gewinn im vergangenen Jahr um 70 Prozent auf 70,2 Millionen Euro abgestürzt. Dies ist eine weitere schlechte Nachricht in einer Zeit, in der der Konzern massiv umgebaut wird und unklar ist, wer die Franken in die Zukunft führen wird: Neben Puma-Chef Franz Koch nehmen derzeit viele weitere Topmanager ihren Hut. Das Umbauprogramm, das die Profitabilität wieder erhöhen soll, wird netto auch etwa 450 der weltweit 11.300 Stellen kosten, teilte das Unternehmen mit.

Der MDAX-Konzern kämpfte 2012 mit einer schwächelnden Nachfrage in Europa, aber auch mit hohen Lagerbeständen, die über Preisnachlässe reduziert wurden. Am stärksten wirkten sich jedoch die Einmalaufwendungen von insgesamt 177,5 Millionen Euro aus, die vor allem für den Konzernumbau anfielen. Dadurch ging das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern um 66 Prozent auf 113 Millionen Euro zurück, ohne Sondereffekte betrug das Minus knapp 13 Prozent. Der Umsatz legte dank der Olympischen Spiele und der Fußball-EM um neun Prozent auf den Rekordwert von 3,27 Milliarden Euro zu. Für 2013 rechnet die weltweite Nummer drei der Branche hinter Nike und Adidas mit stagnierenden Erlösen.

Der 33-jährige Koch wird Puma auf Drängen des Großaktionärs PPR Ende März nach nur eindreiviertel Jahren auf dem Chefsessel verlassen. Koch warf seinem langjährigen Vorgänger und Mentor Jochen Zeitz bei der Bilanzvorlage unsportliches Verhalten vor: "Im Sport würde man sagen, das war ein Foul." Dennoch gibt sich Koch optimistisch. "Als Sportler bin ich gewohnt, wieder aufzustehen. Ich habe Kontakt zu Herrn Zeitz, und wir verstehen uns weiterhin gut."