Munich Re erzielt trotz Wirbelsturms Milliardengewinn

München. Die Munich Re hat dank eines katastrophenarmen Jahres wieder einen Milliardengewinn eingefahren. Zwar kostete allein der verheerende Wirbelsturm "Sandy" an der US-Ostküste den weltgrößten Rückversicherer rund 800 Millionen Euro - im Vergleich zum Katastrophenjahr 2011 kam die Branche aber wesentlich billiger davon. Die Münchner verbuchen für 2012 unter dem Strich einen Gewinn von 3,2 Milliarden Euro, wie der DAX-Konzern mitteilte. Das ist mehr als das Vierfache des Vorjahresgewinns.

Das wird auch die Aktionäre freuen, denn der Konzern will seine Dividende von 6,25 auf 7,00 Euro je Aktie erhöhen. Damit zeigt sich die Munich Re spendabler als von Fachleuten erwartet und schüttet - wenn die Hauptversammlung wie erwartet zustimmt - so viel Geld an seine Anteilseigner aus wie nie zuvor. Nur vor zwei Aktiensplits aus den 90er-Jahren war die Ausschüttung je Anteilsschein höher.

Einer der großen Anteilseigner ist mit 11,2 Prozent der US-Investor Warren Buffett, der nun mit rund 140 Millionen Euro Dividende rechnen kann. Auch die Börse reagierte am Dienstag positiv. Die Munich-Re-Aktie legte zeitweise um mehr als zwei Prozent zu und war größter DAX-Gewinner.

2011 war mit Erdbeben und Tsunami in Japan, dem schweren Beben in Neuseeland und dem Hochwasser in Thailand das bisher teuerste Katastrophenjahr für die Branche gewesen und belastete allein die Münchner mit 4,5 Milliarden Euro. 2012 musste der Konzern für Schäden aus Naturkatastrophen hingegen nur 1,3 Milliarden Euro aufbringen. "Unser Kerngeschäft in der Erst- und Rückversicherung ist gesund, die Schadenbelastung aus Großschäden war leicht unterdurchschnittlich", sagte Finanzvorstand Jörg Schneider. Bei Rückversicherern können sich Versicherungsunternehmen gegen ihre Geschäftsrisiken versichern.

Einen Ausblick für 2013 gab der Konzern nicht. Im November hatte sich Schneider noch zurückhaltend gezeigt und gesagt, er wäre schon mit einem Gewinn "satt über 2,5 Milliarden Euro" zufrieden.