Bochumer Opel-Werk könnte künftig Dieselmotoren bauen

Bochum. Die IG Metall bringt im Ringen um die Zukunft des Opel-Standorts Bochum den Aufbau eines Motorenwerks ins Spiel. Die Gewerkschaft wolle in den Sanierungsverhandlungen mit dem Management erreichen, dass Opel in Bochum weiter hochwertige Produktionsanlagen betreibe, etwa für Getriebe oder Dieselmotoren, sagte der Bezirksleiter des Bezirks Nordrhein-Westfalen, Knut Giesler, den Zeitungen der WAZ-Gruppe. Dem Bericht zufolge böte das Motorenwerk 400 bis 500 Beschäftigten Arbeit.

Die Opel-Mutter General Motors (GM) will nach 2016 keine Fahrzeuge mehr am Standort Bochum bauen. Die Tarifkommission der IG Metall hatte am Dienstag einen Forderungskatalog für die weiteren Verhandlungen über die Zukunft der Opel-Standorte beschlossen. Von einem Erhalt der Fahrzeugproduktion in Bochum über 2016 hinaus war dort keine Rede. IG Metall und Opel-Vorstand wollen am Dienstag ihre Sanierungsgespräche fortsetzen.

Konkret geht es bei dem Vorschlag der IG Metall um Dieselmotoren für GM. Wo sie gebaut werden, ist dem Bericht zufolge derzeit noch offen. Giesler betonte, bei einer Produktion in Bochum würde keinem anderen Werk in Deutschland etwas weggenommen.

Unter den Betriebsräten des kriselnden Autobauers gibt es derzeit heftigen Streit. Der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel hatte seinen Kollegen an anderen Standorten vorgeworfen, die Fahrzeugproduktion im Ruhrgebiet zugunsten ihrer eigenen Werke opfern zu wollen. Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug wies dies zurück: Die Aussagen seien unwahr und "völlig absurd".

Opel verlangt von der Belegschaft massive Einsparungen, bis der Autobauer wieder Gewinn macht. Eine Einigung muss nach einem Ultimatum des Managements spätestens Ende Februar gelingen - sonst droht das vorzeitige Aus der Autofertigung in Bochum schon Ende 2014.