Zahl der Touristen erreicht weltweit neuen Rekord

Mehr als eine Milliarde Menschen machten 2012 im Ausland Urlaub

Madrid. Der Tourismus trotzt der Krise: Erstmals haben mehr als eine Milliarde Urlauber ihre Ferien im Ausland verbracht. Wie die Welttourismusorganisation (UNWTO) am Dienstag in ihrer vorläufigen Jahresbilanz mitteilte, wuchs die Zahl der Touristen 2012 im Vergleich zu 2011 um vier Prozent auf 1,035 Milliarden, ein Rekord in der Tourismusgeschichte. Die Staaten Europas lockten mit insgesamt 535 Millionen mehr als die Hälfte der Touristen in aller Welt an. Das waren 3,3 Prozent mehr als 2011. Nur der Nahe Osten fiel wegen der Unruhen in Ägypten zurück.

"Die Branche hat ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt, sich an wandelnde Marktbedingungen anzupassen", betonte der UNWTO-Generalsekretär Taleb Rifai in Madrid. "Der Tourismus ist eine der Stützen der Wirtschaft. Die Regierungen in aller Welt sollten ihn zur Ankurbelung des Wachstums entsprechend fördern." Jeder zwölfte Arbeitsplatz sei weltweit der Branche zuzurechnen, erklärte die Organisation.

Für das von Rezession und Rekordarbeitslosigkeit gebeutelte Euro-Krisenland Spanien ist der Tourismus zum wichtigsten Rettungsanker der Wirtschaft geworden. Spanien lockte im vergangenen Jahr fast 58 Millionen ausländische Urlauber an, 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Ausgaben der Spanien-Touristen stiegen um 5,7 Prozent auf die Rekordsumme von 55,6 Milliarden Euro. Bei den Einnahmen der Branche rangiert Spanien nach Angaben der UNWTO weltweit an zweiter Stelle, hinter den Vereinigten Staaten.

Der Tourismus ist mit einem Anteil von etwa elf Prozent am Bruttoinlandsprodukt (BIP) seit Jahrzehnten der Grundpfeiler der spanischen Wirtschaft. Allerdings kommt auch der Tourismus in der Krise nicht ganz ungeschoren davon. Die Wirtschaftsleistung der Branche ging 2012 um 1,6 Prozent zurück, da die Spanier bei Reisen im eigenen Land drastisch sparen.