43. Weltwirtschaftsforum

Internationale Großbanken in Davos in der Kritik

Aufgrund zahlreicher Finanzskandale und Negativschlagzeilen nach der Finanzkrise von 2007 nimmt der Druck auf den Banksektor zu.

Davos. Angesichts zahlreicher Finanzskandale und wachsenden politischen Drucks finden sich führende Vertreter internationaler Großbanken auch auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos in der Defensive wieder. Bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „Globale Finanzen“ versuchten der Vorstandsvorsitzende von JPMorgan Chase, Jamie Dimon, und seine Kollegen daher den Kritikern des Bankensektors den Wind aus den Segeln zu nehmen. Es gebe ein „riesiges“ Maß an Falschinformationen über die Risiken, die tatsächlich von Banken ausgingen, sagte Dimon am Mittwoch.

Der Präsident der Schweizer Großbank UBS, Axel Weber, schlug in eine ähnliche Kerbe. Banken spielten eine wichtige Rolle beim Wachstum von Volkswirtschaften, in dem sie Unternehmen für Investitionen und Expansionen Geld liehen. „Der Finanzbereich ist ein wichtiger Teil, wenn es darum geht, wie die Wirtschaft gelenkt wird“, sagte Weber. Zuvor war der Topbanker von einem ranghohen Vertreter des Internationalen Währungsfonds und einem Hedgefondsmanager kritisiert worden.

Der Bankensektor hat nach der Finanzkrise von 2007 zuletzt wieder eine Reihe von Negativschlagzeilen produziert: Etliche Banker sind wegen der mutmaßlichen Manipulation von Leitzinssätzen ins Visier der Ermittler geraten. Die Großbank HSBC musste wegen Geldwäschevorwürfen eine Milliardenstrafe zahlen. Auch das Kreditinstitut Standard Chartered steht wegen mutmaßlicher Geschäfte mit dem Iran im Zwielicht und legte den Vorwurf mit einer millionenschweren Vergleichszahlung bei. Und selbst Jamies Großbank JPMorgan musste im vergangenen Sommer wegen Fehlspekulationen in ihrer Investmentabteilung sechs Milliarden Dollar abschreiben.

Zum Weltwirtschaftsforum in Davos werden bis Sonntag etwa 2.500 Teilnehmer aus mehr als 100 Ländern erwartet. Auch 50 Staats- und Regierungschefs haben ihr Kommen angekündigt, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

( (dpa) )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Wirtschaft