Werbekampagne der Luftfahrtindustrie verärgert Verkehrsclub

Frankfurt. Die deutsche Luftfahrtindustrie will in der Öffentlichkeit nicht länger als Energieverschwender dastehen. Die am Montag vom Branchenverband BDL gestartete Kampagne "Vier bringen Sie weiter" soll auf den durchschnittlichen Treibstoffverbrauch von unter vier Litern pro Passagier auf 100 Flugkilometer hinweisen. Genau seien es 3,92 Liter, ein Minus seit 1990 von 37 Prozent. Bei einer repräsentativen Umfrage hätten gerade einmal 14 Prozent den richtigen Wert genannt, während die große Mehrheit den Energieverbrauch beim Fliegen um ein Mehrfaches überschätzt habe, so BDL-Präsident Klaus-Peter Siegloch.

Der Werbefeldzug mit Plakaten, Videos und Online-Werbung weckte beim ökologisch orientierten Verkehrsclub VCD Widerspruch. Unabhängig davon, ob Jets heute weniger Treibstoff verbrauchten als noch vor Jahren, heizten sie das Klima so stark auf wie kein anderes Verkehrsmittel. Der Flugverkehr sei etwa fünfmal klimawirksamer als die Bahn, da auch Wasserdampf, Stickoxide, Kohlenwasserstoffe und Ruß die Umwelt belasteten. "Dass sich die Luftverkehrswirtschaft jetzt mit Vier-Liter-Fliegern rühmt, klingt vor diesem Hintergrund scheinheilig", sagte VCD-Experte Heiko Balsmeyer.