1200 Beschäftigte von E.on Hanse im Warnstreik

Mitarbeiter demonstrieren in Quickborn und Brokdorf für höhere Löhne. Ver.di fordert in Tarifverhandlungen 6,5 Prozent mehr Geld

Kiel. Tausende E.on-Mitarbeiter aus Norddeutschland haben am Montag mit Warnstreiks ihrem Unmut über die stockenden Tarifverhandlungen zum Ausdruck gebracht. Allein an der E.on-Hanse-Hauptverwaltung in Quickborn versammelten sich nach Angaben der Gewerkschaft Ver.di rund 950 Beschäftigte aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Am Atomkraftwerk Brokdorf wurden rund 200 Mitarbeiter erwartet. Auch in anderen Bundesländern gab es Warnstreiks. In Niedersachsen kamen am Morgen etwa 800 Mitarbeiter nach Wunstorf, weitere 300 beteiligten sich an Protesten am Kraftwerk Wilhelmshaven, 150 am Kernkraftwerk Grohnde.

Der Aufruf richtete sich in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern an insgesamt etwa 2400 Mitarbeiter. Auswirkungen auf die Energieversorgung von E.on-Kunden hätten die Warnstreiks nicht gehabt, sagte Ver.di-Sprecherin Berith Jordan am Montag. "Das war uns auch ganz wichtig." Jordan war mit der Warnstreik-Beteiligung und Stimmung im Norden zufrieden. "Wir haben eine hohe Beteiligung und eine hohe Entschlossenheit, auch in Streiks zu gehen." Die ins Stocken geratenen Tarifverhandlungen für die 30.000 Beschäftigten im Konzern werden am heutigen Dienstag in Hannover fortgesetzt.

Ver.di verlangt 6,5 Prozent mehr Geld, bei einer Laufzeit des Vertrags von zwölf Monaten. Außerdem sollen alle Lehrlinge nach erfolgreichem Abschluss für mindestens zwölf Monate übernommen werden. Laut Ver.di bot E.on zuletzt eine Erhöhung der Bezüge um 1,1 Prozent an. Für Jordan ein "völlig inakzeptables" Angebot. E.on teilte mit, dass Warnstreiks ein rechtlich zulässiges Mittel bei Tarifverhandlungen seien. "Sie können aber nicht über die schwierige wirtschaftliche Situation hinwegtäuschen, in der sich E.on befindet." Der Konzern hatte 2011 erstmals in seiner Geschichte Milliardenverluste hinnehmen müssen.