Insolventer Stromdiscounter

Ex-Teldafax-Chef Koch zu Schadensersatz verurteilt

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Ex-Teldafax-Chef Koch muss persönlich für Schaden von geprelltem Kunden haften. Das entschied das Amtsgericht Lingen.

Lingen. Das Amtsgericht im niedersächsischen Lingen hat einem Kunden des insolventen Stromdiscounters Teldafax in einem Zivilprozess Schadensersatz zugesprochen. Zahlen muss der frühere Vorstandschef Gernot Koch, wie der Anwalt des Klägers, Florian Dälken, sagte. Koch muss demzufolge 549,17 Euro zahlen.

Das Gericht habe das Verhalten Kochs als betrügerisches Verhalten gewertet, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts. Der Teldafax-Kunde war im März 2011 zur Vorauszahlung aufgefordert worden. Aber bereits zu diesem Zeitpunkt habe Teldafax den Strom nicht mehr liefern können, weil die Stadtwerke Lingen schon im Januar den Durchleitungsvertrag gekündigt hatten.

Der Anwalt Kochs war am Donnerstag nicht zu erreichen. Dem "Handelsblatt" (Donnerstagsausgabe) sagte er, gegen den Lingener Urteilsspruch habe er keine Berufung einlegen können, weil die Schwelle hierfür bei einem Streitwert von 650 Euro liege.

Teldafax hatte im Juni 2011 Insolvenz angemeldet. Die finanziellen Probleme hatten sich aber schon 2008 abgezeichnet. Das Unternehmen war ein Jahr später insolvenzreif. Das Geschäft konnte in der Folge nur durch die fortlaufenden Vorauszahlungen von Kunden aufrechterhalten werden, hatte Insolvenzverwalter Biner Bähr im vergangenen Jahr festgestellt. Mehr als 700 000 Menschen wurden geprellt.

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