Telekom-Affäre

Ex-Sicherheitschef der Telekom muss ins Gefängnis

| Lesedauer: 2 Minuten

Foto: dpa / dpa/DPA

Im Prozess um die Ausspähung von Aufsichtsräten und Journalisten bei der Telekom wurde ein Abteilungsleiter verurteilt.

Bonn. Wegen der Bespitzelungsaffäre bei der Deutschen Telekom muss ein langjähriger Konzernmitarbeiter für dreieinhalb Jahre in Haft. Das Landgericht Bonn verurteilte den früheren Leiter der Telekom-Konzernsicherheit am Dienstag unter anderem wegen Verstoßes gegen das Fernmeldegeheimnis. Das Gericht folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Der 60-jährige Ex-Abteilungsleiter T. hatte im Prozess als Hauptangeklagter die alleinige Verantwortung für das illegale Ausspionieren übernommen. Die Telekom hatte in den Jahren 2005 und 2006 die Telefonverbindungen von mehr als 60 Managern und Aufsichtsräten zu Journalisten überprüft, um undichte Stellen im Konzern ausfindig zu machen.

„Die Datenerhebung ohne richterlichen Beschluss war ein großer Fehler“, hatte der Hauptangeklagte während des Prozesses gesagt. Er habe dies damals für gerechtfertigt gehalten, um Straftaten zu verhindern. Erst Jahre später sei die Telefondatenauswertung juristisch neu bewertet und als rechtswidrig eingestuft worden.

Unklar blieb nach der Aussage, inwieweit die Konzernspitze das Vorgehen billigte oder anordnete. Nach Darstellung von T. waren die Umstände der Datenerhebung spätestens ab September 2005 auch der Konzernspitze bekannt und wurden nicht beanstandet. Mehrfach habe er dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Kai-Uwe Ricke Bericht erstattet, erklärte der 60-Jährige.

T. und zwei weiteren Ex-Telekommitarbeitern warf die Staatsanwaltschaft Verstöße gegen das Bundesdatenschutzgesetz und Verletzung des Fernmeldegeheimnisses vor. Ziel der Bespitzelungen war es laut Anklage, eine im Aufsichtsrat vermutete undichte Stelle aufzuspüren, über die Konzerninterna an die Presse gelangten. Von der heimlichen Ausspähung der Verbindungsdaten im Rahmen der Operationen „Rheingold“ und „Clipper“ waren demnach etwa 60 Personen betroffen.

Zu den 26 geladenen Zeugen zählten auch der frühere Telekom-Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel und der ehemalige Konzernchef Kai-Uwe Ricke. Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft hatten sich zunächst auch gegen die beiden Topmanager gerichtet, waren jedoch im Juni eingestellt worden.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Wirtschaft