Facebook plant offenbar Börsengang im nächsten Jahr

New York. Schon bald könnte es zum Megabörsengang in der Internetbranche kommen: Das Online-Netzwerk Facebook erwägt laut einem Zeitungsbericht, ab April 2012 seine Aktien an der Wall Street zu platzieren. Dabei wolle Facebook den Börsenwert bei 100 Milliarden Dollar ansetzen, schreibt das "Wall Street Journal". Mit angepeilten Einnahmen von zehn Milliarden Dollar wäre es mit Abstand der bisher größte Börsengang eines Internetunternehmens.

Der Antrag bei der US-Börsenaufsicht SEC könne noch dieses Jahr gestellt werden, schrieb die Zeitung. Gründer Mark Zuckerberg habe darüber aber noch nicht endgültig entschieden. Auch die Finanznachrichtenagentur Bloomberg hat Informationen, dass Facebook im kommenden Jahr zehn Prozent seiner Aktien an die Börse bringen wolle.

Der Börsenwert von 100 Milliarden Dollar, die das Internetunternehmen damit erreichen würde, ist genau die Marke, über die schon seit einigen Monaten spekuliert wird. Facebook wäre damit zum Beispiel doppelt so viel wert wie aktuell der weltgrößte PC-Hersteller Hewlett-Packard.

Facebook müsste vermutlich nach US-Vorschriften ohnehin ab April 2012 seine Geschäftszahlen offenlegen, da das Unternehmen in diesem Jahr mit ziemlicher Sicherheit die Marke von 500 Anteilseignern überschritten haben wird. Verzichtet Zuckerberg auf einen Börsengang, müsste er sich in die Bücher schauen lassen, ohne zusätzliches Eigenkapital zu beschaffen.

Zuckerberg, der die Kontrolle über sein Unternehmen nicht aus der Hand geben will, hatte einen Börsengang so lange wie möglich hinausgezögert. Jetzt "erwärme" er sich für die Idee, berichtet das "Wall Street Journal". Das Unternehmen kommentierte die Berichte nicht. Mit inzwischen rund 800 Millionen Nutzern ist Facebook die unangefochtene Nummer eins unter den Online-Netzwerken. Trotz Kritik von Datenschützern und Politikern am Umgang mit Nutzerinformationen wächst das Netzwerk rasant. Der Umsatz dürfte zum Börsengang die Marke von vier Milliarden Dollar im Jahr erreichen, so das "Wall Street Journal".