Fast 100 Millionen Kunden bei Ikea

77,90 Euro gibt jeder deutsche Käufer im Schnitt in dem schwedischen Möbelhaus aus

Hofheim-Wallau. Die Deutschen geben wieder mehr Geld für Möbel aus - und Ikea profitiert davon. Das Möbelhaus mit den schwedischen Wurzeln steigerte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11 (bis 31. August) seinen Umsatz in Deutschland auf 3,65 Milliarden Euro. Das sei ein Plus von fünf Prozent zum Vorjahr, sagte Deutschland-Geschäftsführer Peter Betzel gestern. "Wir rechnen auch in diesem Jahr mit Wachstum." Ikea-Deutschland steuert als größte Tochter 15 Prozent zum weltweiten Geschäft bei. Das Ergebnis wurde nicht genannt.

Nachdem der deutsche Möbelhandel in der Wirtschaftskrise sinkende Umsätze verzeichnet hatte, gab es 2011 bis Juli erstmals wieder ein Wachstum von knapp fünf Prozent. Die jährlichen Ausgaben eines deutschen Haushalts für Möbel stiegen von 722 Euro im Jahr 2010 auf 736 Euro in diesem Jahr.

Ikea baute seinen Marktanteil auf 12,4 Prozent aus und wuchs dabei laut Betzel in jeder Hinsicht. Im letzten Geschäftsjahr kamen 99,3 Millionen Besucher (plus 0,4 Prozent), von ihnen kauften 46,8 Millionen etwas ein (plus 2,1 Prozent). Der Durchschnittseinkauf betrug 77,90 Euro (plus 2,5 Prozent). Derzeit betreibt Ikea in Deutschland 46 Geschäfte und baut zwei neuartige Filialen. In Hamburg-Altona soll im Juli 2013 das erste Möbelhaus in Stadtlage eröffnet werden. Während Ikea-Läden sonst zwei Geschosse haben, wird es in Altona sieben Etagen geben. Die Trennung von Möbeln und Wohnzubehör werde aufgegeben. Wie in anderen Ländern erprobt, will Ikea neue Filialen mit Einkaufszentren verknüpfen. Das erste in der Bundesrepublik soll im Spätsommer 2013 in Lübeck als "Skandinavien-Center" eröffnen.