Angriff auf Apple

Ende der Handy-Allianz: Sony kauft Sony Ericsson

Für 1,05 Milliarden Euro kauft Sony seinem bisherigen Partner Ericsson die Rechte für die gemeinsame Mobilfunksparte ab.

Helsinki/Tokio. Auf dem Handymarkt spielt Sony zukünftig solo. Der japanische Elektronikkonzern beendet nach zehn Jahren gemeinschaftlicher Partnerschaft das Joint Venture mit dem schwedischen Partner Ericsson. Sony übernimmt die kompletten Rechte an dem gemeinsamen Mobilfunk-Bündnis. Für den 50-Prozent-Anteil zahlt der Konzern nach ersten Angaben 1,05 Milliarden Euro in bar. Schon seit Wochen ist bekannt, dass sich Sony die Handy-Marke ganz einverleiben will.

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Hintergrund für die Übernahme: Sony will eine aggressivere Strategie auf dem umkämpften Mobilfunkmarkt fahren. Der Konzern rivalisiert auf dem Wachstumsmarkt mit den Marktführern Apple und Samsung. Dabei macht den Japanern die besonders die Uneinheitlichkeit ihrer Produktpalette zu schaffen. Während beispielsweise Tablet-Computer unter der Sony-Marke laufen, stehen die Smartphones mit dem Logo Sony Ericsson in den Regalen. Die Übernahme soll nun mehr Klarheit in die Produktlinie bringen.

Sony Ericsson wird nun in die Sony-Sparte für internetbasierte Verbraucherelektronik integriert. Zwar konnte das Bündnis mit dem Schwenk zu Smartphones unter dem Google-Betriebssystem Android wieder Gewinne einfahren, doch galt die Zukunft der Kooperation schon länger als ungewiss. „Wir können den Kunden nun schneller und umfangreicher Smartphones, Laptops, Tablet-Computer und Fernseher anbieten, die nahtlos miteinander verbunden werden können und neue Welten im Bereich Online-Unterhaltung eröffnen“, sagte Sony-Chef Howard Stringer.

Erst vor rund zwei Wochen hatte Sony Ericsson mitgeteilt, ab 2012 werde die gesamte Produktion auf Smartphones ausgerichtet. Das Gemeinschaftsunternehmen hatte zunächst nur zaghaft auf Apples Markteintritt 2007 mit dem längst zum Verkaufshit avancierten iPhone reagiert. Konzernchef Bert Nordberg hatte zudem erklärt, Sony Ericsson strebe weiterhin die Marktführerschaft auf dem Markt für Android-Handys an. Dies könne aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Derzeit hält Sony Ericsson eigenen Angaben zufolge rund zwölf Prozent des Marktes der Mobiltelefone, die unter dem Google-System laufen. Doch ein Siegeszug auf dem Wachstumsmarkt Smartphones gilt nicht nur wegen der Popularität des iPhone als schwierig. Auch andere Branchengrößen wie Samsung oder HTC wollen sich ein größeres Stück des lukrativen Segments sichern.

Die FInanzmärkte reagierten erfreut auf die Meldung, dass sich die ehemaligen Partner trennen. Die Ericsson-Aktien legten im frühen Handel 4,2 Prozent zu.

(abendblatt.de/dapd)

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