Moody's stuft Kreditwürdigkeit Japans herab

Tokio. Weiterer Rückschlag für das von der Erdbebenkatastrophe schwer gebeutelte Japan: Die große US-Rating-Agentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit Japans herabgestuft. Die Bonität sinkt um eine Note von "Aa2" auf "Aa3". Der Ausblick für die Bonität der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt bleibe aber "stabil", teilte Moody's mit. Die Verschuldung Japans sei die höchste unter allen Industrieländern.

Es ist die erste Herabstufung Tokios seit neun Jahren. Schlechtere Noten erteilte die Rating-Agentur auch großen japanischen Banken. Moody's begründete die Herabstufung mit Japans hohem Haushaltsdefizit sowie dem Anstieg der Staatsschulden seit der globalen Rezession 2009. Die Staatsschulden Tokios belaufen sich auf 218 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Selbst Griechenland liegt aktuell mit 158 Prozent darunter.

Japan ist fast ausschließlich bei den eigenen Bürgern verschuldet und kann sich somit am internationalen Kapitalmarkt mit Geldaufnahmen zurückhalten, was die Zinsen niedrig hält. Die asiatischen Aktienmärkte reagierten kaum. Die Herabstufung der Bonität erhöht aber den Druck auf Japans Politik, die desolaten öffentlichen Finanzen zu sanieren. Die Herabstufung der Bonität der USA durch Standard & Poor's sorgte zuletzt für Kurseinbrüche.