EnBW

Energiekonzern rutscht wegen Atomausstieg ins Minus

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Der Atomausstieg hat EnBW tief in die roten Zahlen getrieben. Das Unternehmen fährt einen Verlust von 590 Millionen Euro ein.

Karlsruhe. Der Atomausstieg hat den Stromversorger EnBW im ersten Halbjahr tief in die roten Zahlen getrieben. Der Vorstand erwartet auch wegen Wertberichtigungen auf Unternehmensbeteiligungen unter dem Strich einen Verlust von 590 Millionen Euro, wie der drittgrößte deutsche Stromversorger gestern mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatten die Baden-Württemberger noch einen Gewinn von 899 Millionen Euro erzielt.

Zu EnBW gehören die Kernkraftwerke Neckarwestheim 1 und 2 sowie Philippsburg 1 und 2. Die beiden älteren Blöcke wurden im Zuge des von der Regierung verhängten Atommoratoriums stillgelegt. Negativ zu Buche schlagen laut EnBW höhere Rückstellungen wegen des früheren Rückbaus der Atommeiler. Auch müssten die im Reaktor befindlichen Kernbrennelemente abgeschrieben werden. Vor Zinsen und Steuern werde es deshalb im ersten Halbjahr voraussichtlich einen Verlust von 600 Millionen Euro geben.

Zudem belasten den Konzern Wertberichtigungen aus Beteiligungen an dem niedersächsischen Partner EWE in Höhe von 370 Millionen Euro und dem österreichischen Stromunternehmen EVN in Höhe von 245 Millionen Euro. Die EVN-Beteiligung soll verkauft werden.