Streiks der Fluglotsen immer wahrscheinlicher

Tarifverhandlungen am Abend abgebrochen. Bundesweiter Ausstand rückt näher

Frankfurt/Hamburg. Der Tarifkonflikt zwischen den Fluglotsen und der Deutschen Flugsicherung hat sich weiter zugespitzt und lässt Streiks wahrscheinlicher werden. Nach einer abermals ergebnislosen Verhandlungsrunde gestern in Frankfurt hätten sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber ohne Einigung auf einen neuen Termin getrennt, sagte der Sprecher der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF), Matthias Maas, am Abend. Die Gewerkschaft fordert 6,5 Prozent mehr Lohn und eine neue Regelung für die tarifliche Eingruppierung der rund 5500 Mitarbeiter der Flugsicherung.

Kommende Woche werde entschieden, ob es tatsächlich zum Arbeitskampf komme - Hintergrund sind relativ komplizierte Vorgaben, die Gewerkschaften bei Tarifverhandlungen berücksichtigen müssen, bevor am Ende ein Streik das letzte Mittel ist.

Im Detail erklärte Maas dazu: "Die Verhandlungskommission wird jetzt der Tarifkommission empfehlen, die Verhandlungen für gescheitert zu erklären." Die am Mittwoch nächster Woche tagende Tarifkommission wiederum berichte dann an den Bundesvorstand, der sich schon am Tag darauf treffe. Dieses Gremium könne dann auch ohne Urabstimmung unter den GdF-Mitgliedern sofort zu bundesweiten Streiks aufrufen - die wären eine Premiere in der Geschichte der deutschen Fluglotsen. Allerdings könnte selbst nach einem Aufruf zum Ausstand noch die Schlichtung angerufen werden, erklärte Sprecher Maas. Die Arbeitgeber bestätigten am Abend den Abbruch der Gespräche. Sie warteten nun auf das Votum der Gewerkschaft.