Raubkopien

Bushido siegt vor Gericht gegen WLAN-Rentner

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Der Berliner Rapper Bushido kämpft gegen Raubkopierer – und hat dabei einen juristischen Sieg errungen: Ein Landgericht bestätigte eine einstweilige Verfügung gegen einen Rentner und andere Beschuldigte. Diese hatten sich für unschuldig erklärt und darauf verwiesen, dass Eindringlinge ihr WLAN-Funknetzwerk gekapert hätten.

„Gangsta-Rapper“ Bushido (29) hat die Justiz ausnahmsweise auf seiner Seite. Der Berliner Musiker, der nicht nur wegen seiner musikalischen Erfolge, sondern auch schon wegen Körperverletzung in den Schlagzeilen landete, war gegen Computerbesitzer vorgegangen, die seine Musik von einer illegalen Internet-Tauschbörse heruntergeladen haben sollen. Das Düsseldorfer Landgericht bestätigte nun einstweilige Verfügungen gegen drei Beklagte (u.a. Az.: 12 O 195/08). Diese wiesen die Vorwürfe zurück. Darüber, wie Bushido auf die Internetnutzer aufmerksam wurde, ist noch nichts bekannt.

Unter den Beschuldigen ist neben einer dreiköpfigen Familie auch ein Rentner, der vor Gericht erklärte, Bushido gar nicht zu kennen. Außerdem habe er kein Programm, um Musik aus dem Internet herunterzuladen. Ein Ehepaar gab außerdem an, dass zur fraglichen Zeit nachweisbar niemand an ihrem Computer gewesen sei. Einer der Verteidiger merkte vor Gericht an, dass möglicherweise Dritte die unverschlüsselte, drahtlose Internetverbindung (WLAN) seiner Mandanten missbraucht hätten.


Das Gericht befand jedoch, dass es darauf nicht ankommt. Auch wenn Dritte die ungesicherte WLAN-Verbindung nutzten, müssten die Computerbesitzer nach Angaben des Gerichts haften. Ihnen sei vorzuwerfen, ihr WLAN nicht mit einem Passwort geschützt zu haben. Deshalb wird gegen die Computerbesitzer jetzt auch strafrechtlich ermittelt. Im Wiederholungsfall drohen ihnen bis zu 250.000 Euro Ordnungsgeld. Außerdem müssen sie die Verfahrens- und Anwaltskosten tragen.

Gegen den deutsch-tunesischen Rapper Bushido alias Anis Mohamed Youssef Ferchichi war bereits wegen Nötigung, Beleidigung und Körperverletzung ermittelt worden. Mehrere seiner Lieder stehen wegen jugendgefährdender Inhalte auf dem Index. Feindselige Äußerungen gegen Frauen und Homosexuelle hatten viele Kritiker auf den Plan gerufen. Sein Auftritt bei einem „Konzert gegen Gewalt“ in Berlin löste wütende Proteste aus.

Auf der anderen Seite zählt Bushido zu den erfolgreichsten deutschen Rappern. Seine Titel landen regelmäßig weit oben in den Charts und er erhielt bereits zahlreiche Musikpreise, darunter auch der Echo. Nach eigener Aussage ist er mittlerweile auch ein erfolgreicher Immobilien-Unternehmer.

Quelle: Welt Online