Mehr vom Geld

Das kostenlose Girokonto wird zum Standard

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Barbara Brandstetter

Bei der Wahl des Girokontos lässt sich jede Menge Geld sparen. Gratiskonten gehören mittlerweile zum Standardangebot der meisten Banken. Doch oftmals müssen Verbraucher bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um auch wirklich keine Gebühren zu zahlen. WELT ONLINE hat die Angebote unter die Lupe genommen.

Wer für ein Girokonto etliche Euro im Monat zahlt, verschenkt bares Geld. Denn für das Konto muss heute niemand mehr auch nur einen Cent berappen. Schließlich bieten immer mehr Kreditinstitute das Konto zum Nulltarif an. Von den überregionalen Großbanken offerieren die Postbank, die Dresdner Bank, die Commerzbank sowie die HypoVereinsbank ein entsprechendes Konto. Lediglich die Deutsche Bank hat kein entsprechendes Gratisangebot für Erwachsene in ihrer Angebotspalette.

Wer bei dem Frankfurter Institut ein „db Aktiv Konto“ eröffnet, wird mit satten 53,88 Euro im Jahr zur Kasse gebeten. „Geld, das sich Verbraucher sparen können“, sagt Thomas Hagen von der Verbraucherzentrale Schleswig Holstein. „Allerdings sind die kostenlosen Angebote in den meisten Fällen an bestimmte Bedingungen geknüpft.“ So gibt es das Konto ohne extra Gebühren häufig nur, wenn der Kunde seine Bankgeschäfte ausschließlich am Computer tätigt oder aber einen monatlichen Geldeingang vorweisen kann. So etwa bei der Commerzbank, der Postbank und SEB Bank. Diese Institute setzen für ein kostenloses Konto einen monatlichen Mindesteingang von 1250 Euro voraus. Ist diese Bedingung nicht erfüllt, werden die Kunden zur Kasse gebeten. Im Fall der Commerzbank müssen die Verbraucher dann 58,80 Euro im Jahr, bei der SEB Bank für das „Giro4free“ sogar satte 90 Euro berappen.

Die Postbank bittet beim „GiroPlus“ dann mit 70,80 Euro zur Kasse. Die Citibank verlangt für ihr „CitiBest“ Girokonto nur dann keine Gebühren, wenn auf Girokonto, Depot oder Kreditkarte ein Mindestguthaben von 2500 Euro liegt. Doch es gibt durchaus Angebote ohne entsprechende Haken und Ösen. An keinerlei Bedingungen geknüpft ist das kostenlose Girokonto beispielsweise bei der Norisbank, der Netbank, den Sparda-Banken und der ING Diba.


„Doch vor einem Wechsel der Bank sollten sich die Kunden unbedingt informieren, an wie vielen Geldautomaten sie sich kostenlos mit Bargeld eindecken können“, rät Verbraucherschützer Hagen. Denn wenn beim Geldabheben regelmäßig Gebühren erhoben werden, entpuppt sich dass vermeintlich kostenlose Girokonto schnell als teures Vergnügen. So können Kunden der BB Bank, die dem Cashpool (unter anderen Citibank, Sparda-Banken) angeschlossen ist, bundesweit an gerade einmal rund 2500 Geldautomaten kostenlos Bargeld abheben. Deutlich günstiger fahren in diesem Punkt die Kunden der SKG Bank und der DKB.


Bei diesen Kreditinstituten können die Verbraucher mit ihrer Kreditkarte sogar weltweit kostenlos Bargeld abheben. „Wer das passende Institut gefunden hat, kann bei einem Wechsel mitunter viel Geld sparen“, sagt Verbraucherschützer Hagen. Auch, wenn man dafür etwas Schreibarbeit in Kauf nehmen muss. Häufig greifen einem die Banken mit einem speziellen Umzugservice unter die Arme, wenn man sich als potenzieller Neukunde nach einem entsprechenden Service erkundigt. „Mitunter lohnt sich auch, bei der eigenen Bank nach günstigeren Angeboten nachzufragen“, rät Hagen.

Denn einige Banken bieten erst seit wenigen Jahren auch kostenlose Girokonten an. „Den Altkunden werden diese Angebote jedoch häufig nicht offensiv angeboten“, weiß Hagen. Daher würden Altkunden in vielen Fällen nach wie vor Monat für Monat für ihr Girokonto Gebühren entrichten.

Quelle: Welt Online

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