VW schafft 6000 neue Stellen in Deutschland

Weltweit in sechs bis acht Jahren 50 000 Arbeitsplätze mehr. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer spricht von "ehrgeizigem Ziel"

Hamburg. Volkswagen stockt beim Angriff auf Marktführer Toyota das Personal auf. Die Wolfsburger wollen in den nächsten sechs bis acht Jahren 50 000 neue Stellen schaffen, rund 5000 bis 6000 davon in Deutschland. Bislang beschäftigt der Konzern weltweit 399 000 Mitarbeiter. "Alle deutschen Werke profitieren davon", sagte VW-Chef Martin Winterkorn im ZDF. Die meisten neuen Jobs sollen in Asien entstehen. Das Unternehmen hat 2010 - wie berichtet - den Jahresüberschuss auf 7,2 Milliarden Euro verachtfacht.

"Volkswagen hat sich sehr gut entwickelt", sagte Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des CAR-Center Automative Research der Universität Duisburg-Essen, dem Abendblatt. "Dazu trug in hohem Maße die gute Konjunktur bei." VW hat im vergangenen Jahr damit auch mehr Gewinn erwirtschaftet als die Konkurrenten Ford (umgerechnet 5,086 Milliarden Euro) und General Motors (GM) mit 3,665 Milliarden Euro. Laut dem Autoexperten hat das Wolfsburger Unternehmen die Konkurrenz auch beim Gewinn pro verkauftem Wagen übertrumpft. VW verdiente demnach nach Steuern 1003 Euro pro Stück, bei Ford waren es 921 und bei GM 437 Euro.

Trotz dieser guten Zahlen ist Dudenhöffer skeptisch: "Auch in den kommenden Jahren wird die Nachfrage nach Autos weiter steigen. Aber vermutlich nicht in diesem Maß wie 2010, als das Plus 10,3 Prozent betrug." Zudem bilde der Wolfsburger Hersteller das Schusslicht bei der Produktivität pro Mitarbeiter. "Jeder Arbeiter von Volkswagen fertigt pro Jahr 18 Fahrzeuge, bei Ford sind es 34, bei GM 42 Autos." Volkswagen mache zu viele Teile selbst, während die beiden amerikanischen Hersteller mehr Komponenten zukauften. Der Umsatz pro Mitarbeiter liege bei dem deutschen Konzern bei 317 679 Euro und damit niedriger als bei Ford mit 571 470 Euro und GM mit 520 347 Euro.

"Die weitere Aufstockung der Beschäftigtenzahl ist ein sehr ehrgeiziges Ziel. Mit 50 000 zusätzlichen Mitarbeitern müssten pro Jahr 8 105 000 Fahrzeuge verkauft werden, damit die Mitarbeiterproduktivität nicht verschlechtert wird." 2010 setzte VW weltweit 7,2 Millionen Autos ab.