Windkraft-Boom

Deutsche Windräder gefragt wie nie

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Deutschland bleibt unangefochtener Weltmarktführer bei Windkraft-Anlagen. Die Branche wächst vor allem durch die Nachfrage im Ausland. Hierzulande stößt der Markt mittlerweile an seine Grenzen. Neue Förderprogramme sollen nun den Ausbau forcieren.

Vor allem dank des Exports bleibt die Windkraftindustrie in Deutschland auf Wachstumskurs. Der Wert aller produzierten Anlagen und Komponenten lag im vergangenen Jahr mit gut 5,6 Milliarden Euro um 40 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau und der Verband Windenergie (BWE) mitteilten.

Besonders kräftig, nämlich um 45 Prozent auf knapp 4,2 Milliarden Euro, stieg demnach der Export. Der Weltmarktanteil deutscher Windkraft lag damit im vergangenen Jahr bei knapp 37 Prozent. Damit sei Deutschland weiterhin unangefochtener Weltmarktführer, erklärte BWE-Präsident Hermann Albers.

Deutscher Markt stößt an seine Grenzen

Im Inland nahm der Wert um 26 Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro zu. Doch mit der Entwicklung in Deutschland ist die Branche nicht zufrieden. Nicht zuletzt durch die staatliche Förderung erneuerbarer Energien waren hierzulande in den vergangenen Jahren neue Anlagen wie Pilze aus dem Boden geschossen. Der Markt stößt hier aber inzwischen an seine Grenzen. Im ersten Halbjahr 2007 ging die neu installierte Leistung der Studie zufolge um ein Viertel zurück.

Die Branche setzt nun vor allem auf den Ersatz bestehender Windräder durch leistungsstärkere Anlagen und auf den Bau vor der Küste. Anlagen auf hoher See sind jedoch bislang nicht über das Projektstadium hinausgekommen. Als Hindernis gilt unter anderem die teure Anbindung der Anlagen an die Stromnetze auf dem Festland.

Die Bundesregierung will den Bau durch Förderprogramme forcieren. Im kommenden Jahr soll vor der Nordseeinsel Borkum eine Anlage entstehen, an der auch der Energiekonzern E.on beteiligt ist. Die Förderprogramme sollen nicht zuletzt für mehr Arbeitsplätze sorgen. Hersteller und Zulieferer der Branche beschäftigten laut einer vom Deutschen Windenergie-Institut (DEWI) erhobenen Statistik im vergangenen Jahr etwa 28.000 Menschen.

Quelle: Welt Online