Scheidungen

Ehevertrag wird im Streitfall kontrolliert

Im Mittelpunkt des Interesses bei einer Scheidung steht häufig die Wahl des Güterstandes. Wenn nämlich nicht ausdrücklich notariell etwas anderes vereinbart wird, gilt der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft.

Dabei wird bei einer Scheidung das während der Ehe gemeinsam erwirtschaftete Vermögen zwischen den Eheleuten zu gleichen Teilen aufgeteilt. Das bedeutet: Wer nach Berücksichtigung des Anfangs- und Endvermögens einen Überschuss erwirtschaftet hat, muss die Hälfte davon an den anderen Ehepartner übertragen.

"Geht es um ein Unternehmen oder Gesellschaftsanteile, ist in den meisten Fällen eine notarielle Vereinbarung sinnvoll", weiß Rechtsanwältin Vander-Philipp, "denn gerade für junge Unternehmen kann es vernichtende wirtschaftliche Konsequenzen haben, wenn ein Vermögenszuwachs geteilt werden muss, die Firma aber nicht die entsprechende Liquidität besitzt."

In diesem Fall empfiehlt sich entweder eine Gütertrennung oder eine sogenannte modifizierte Zugewinngemeinschaft, bei der die Firmenanteile vom Zugewinn ausgeschlossen werden, es im Übrigen aber bei dem gesetzlichen Güterstand bleibt. Im Streitfall unterliegt jeder Ehevertrag einer richterlichen Inhaltskontrolle. Damit sollen unangemessene Benachteiligungen eines Ehepartners, wie beispielsweise der Ausschluss des Versorgungsausgleichs oder Zugewinns, verhindert werden. Die Notare überprüfen deshalb bereits bei Vertragsabschluss, ob er dieser Kontrolle standhält.

Quelle: Welt Online