Arbeitsmarkt und Sprachkritik

McDonald's zieht gegen "McJob" zu Felde

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Das Management der Schnellimbiss-Kette mag sich nicht damit abfinden, dass der Ausdruck "McJob" für langweilige, eintönige und schlecht bezahlte Arbeit steht. Der entsprechende Eintrag soll aus dem Wörterbuch Oxford English Dictionary verschwinden - dafür plant McDonald's eigens eine Werbekampagne.

Die US-Imbisskette McDonald's will mit ihrem Namen nicht länger für Billigjobs stehen. Das Unternehmen plant eine Kampagne, um eine Änderung der Definition des Ausdrucks „McJob“ im Oxford English Dictionary zu erreichen, wie die „Financial Times“ (Dienstagausgabe) berichtet. In dem britischen Duden wird ein McJob als „reizloser, schlecht bezahlter Job mit wenig Aufstiegschancen“ besonders in der Service-Industrie beschrieben. Diese Definition sei veraltet und habe mit der Realität nichts zu tun, schrieb der für Nordeuropa zuständigen McDonald-Personalchef, David Fairhurst. Heutzutage sei ein McJob ein spannender Arbeitsplatz, der echte Karrierechancen eröffne.

Eine Sprecherin des Wörterbuchverlags sagte der „Financial Times“: „Wir beobachten Änderungen im Sprachgebrauch und bilden diese in unseren Definitionen ab, je nachdem welche Indizien wir gefunden haben.“ Damit steht das Oxford English Dictionary nicht allein da. Auch im US-Wörterbuch Merriam Webster's Collegiate Dictionary findet sich ein Eintrag zu "McJob"; der Ausdruck wird genau so wie im Oxford English Dictionary definiert.

Dagegen versuchte bereits 2003 der damals amtierende McDonald's-Chef Jim Cantalupo vorzugehen. In einem offenen Brief nannte er die Bezeichnung "einen Schlag ins Gesicht von zwölf Millionen Männern und Frauen". Mehr als 1000 Menschen, die einst hinter einem McDonald's-Tresen angefangen hatten, würden inzwischen ein Restaurant der Kette leiten. Doch es blieb dabei: Der Verlag des Merriam-Webster’s-Wörterbuch entschieden Ende 2003, die Begriffserklärung wie sie war in ihrem Wörterbuch zu belassen.

Der Begriff McJob wird seit Mitte der 80er Jahre für schlichte und schlecht bezahlte Tätigkeiten verwendet. Der Eintrag im Oxford English Dictionary bezieht sich ursprünglich auf einen Artikel aus der "Washington Post" von 1986, in dem der Begriff verwendet wurde. Weltweit verbreitet wurde der Ausdruck dann 1991 durch den Autor Douglas Coupland. In dessen Bestseller "Generation X" steht "McJob" für die Form von Arbeitsleben, die die juvenilen Hauptfiguren nicht wollen.

Quelle: Welt Online