Flugzeugbau

EADS-Chef Gallois tritt spätestens 2012 ab

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Claus-Peter Tiemann

Foto: REUTERS

Die Suche nach einem Nachfolger des Vorstandsvorsitzenden läuft bereits. Investition bei Airbus in Hamburg angekündigt.

Hamburg. Der Chef des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS, Louis Gallois, gibt seinen Posten spätestens im kommenden Jahr auf. „Die Nachfolgersuche hat begonnen“, sagte der Franzose am Dienstagabend in Hamburg. Sein Vertrag als Vorstandsvorsitzender laufe im Juni 2012 aus, dann werde er 68 Jahre alt sein. Über mögliche Nachfolger sagte er nichts. Gallois führt EADS seit 2006. Als denkbarer Nachfolger gilt der erfolgreiche Chef der EADS-Tochter Airbus, der Deutsche Thomas Enders (54).

"Wir haben hohe Kassenbestände"

Zu möglichen Zukäufen sagte der EADS-Chef, der Konzern sei bereit zu Firmenübernahmen, in den USA oder anderswo. „Wir haben hohe Kassenbestände.“ Gallois erinnerte daran, dass die USA 40 Prozent des weltweiten Flugzeugmarktes ausmachten. Bisher sind EADS und die wichtigste Tochter Airbus dort nur mit kleineren Geschäften vertreten, die großen Werke stehen in Europa.

Gallois erinnerte auch daran, dass EADS mit dem schwachen Dollar zu kämpfen habe und im Verlauf von vier Jahren drei Milliarden Euro wegen des Dollarverfalls verloren habe. Andererseits biete der schwache Dollar derzeit gute Zukaufsmöglichkeiten in den USA. „Wir prüfen eine Liste interessanter Firmen“, sagte er zur Frage nach konkreten Übernahmezielen.

EADS will weniger abhängig von Airbus werden

Gallois sagte weiter, er wolle die Abhängigkeit der EADS von der Flugzeugtochter Airbus verringern und zum Beispiel das Geschäft mit der Sicherheitstechnik ausbauen. 2012 werde der Gewinn des Unternehmens deutlich steigen: „Wir werden einen Anstieg der Profitabilität 2012 sehen“, sagte er. 2010 und 2011 dagegen werde die Profitabilität „noch nicht zufriedenstellend“ sein. In den ersten neun Monaten des Jahres 2010 hatte EADS bei einem Umsatz von 31,5 Milliarden Euro nur einen Gewinn von 198 Millionen Euro gemeldet.

Bei den Baustellen Airbus A380 und dem Militär-Transporter A400M berichtete Gallois von Fortschritten. Beim Riesen-Airbus A380 sei die Produktion von Handfertigung in einen „industriellen Prozess“ übergegangen. Beim A400M hielt er am Auslieferbeginn 2013 fest.

Investition für Hamburg

Bei einem Treffen mit Hamburgs Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) und Wirtschaftssenator Ian Karan (parteilos) versprach Gallois zudem den Bau eines „Customer Definition Centers“, in dem es mittels Computertechnik möglich sein soll, virtuell durch ein 3D-Modell des fertigen Flugzeuginnenraums zu gehen. Damit können Fluglinien wie in einem Möbelhaus die Ausstattung nach Wunsch zusammenstellen. Dafür sollen rund 200 neue Arbeitsplätze entstehen. Der nötige Umbau soll insgesamt sieben Millionen Euro kosten.

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