Zahl der Wirtschaftsdelikte steigt um 20 Prozent

Wiesbaden. Ob Untreue, Anlage- oder Kreditbetrug: Die Zahl der Wirtschaftsdelikte in Deutschland ist im Krisenjahr 2009 rasant gestiegen. In der Polizeilichen Kriminalstatistik wurden 101 340 Fälle registriert, teilte das Bundeskriminalamt (BKA) gestern mit. Das waren fast 17 000 Fälle mehr (plus 19,9 Prozent) als 2008. "Der Ende 2008 als Folge der globalen Finanzkrise einsetzende Trend ansteigender Fallzahlen der Wirtschaftskriminalität hat sich fortgesetzt", sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke.

Allerdings ist die Zahl der Wirtschaftsdelikte verglichen mit den Straftaten insgesamt noch immer gering: Das BKA beziffert ihren Anteil auf 1,6 Prozent nach 1,4 Prozent im Jahr 2008. Der Schaden dieser Vergehen war 2009 ebenso wie schon im Jahr zuvor mit 3,43 Milliarden Euro enorm. Damit verursachten diese Delikte gut die Hälfte des Gesamtschadens von 7,2 Milliarden Euro. Die Aufklärungsquote (91,7 Prozent) in dem Bereich liegt deutlich über der Quote bei der Gesamtkriminalität (55,6 Prozent).