Bundesweit 824 000 Stellen zu besetzen

Zahl der offenen Arbeitsplätze um 19 Prozent im dritten Quartal gestiegen

Nürnberg. Mitten im Wirtschaftsboom drohen in immer mehr Unternehmen Personalengpässe. Allein im dritten Quartal hätten Firmen und Verwaltungen 824 000 Mitarbeiter gesucht; die Zahl der offenen Stellen habe damit um 27 Prozent höher gelegen als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, berichtet das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Zähle man noch die öffentlich geförderten Stellen hinzu, habe es von Juli bis September fast eine Million freie Stellen gegeben; dies entspreche im Vergleich zum Vorjahr einem Zuwachs von 19 Prozent.

Die Industrie sucht vor allem händeringend nach Ingenieuren

Vor allem bei der lange Zeit krisengebeutelten Industrie habe der Arbeitskräftebedarf im Spätsommer stark angezogen, berichtete das IAB. In einigen Branchen habe sich das Stellenangebot verdoppelt, etwa in der Holzverarbeitung, der Papierindustrie, bei Druckereien, Verlagen und in der Metallbranche. "Im Sektor Maschinenbau/Elektro/Fahrzeuge lag das Stellenangebot 70 Prozent höher als vor einem Jahr", sagte die IAB-Arbeitsmarktforscherin Antje Kettner. Vor allem Ingenieure würden händeringend gesucht. In dieser Berufsgruppe gebe es derzeit 34 000 freie Stellen. Gute Jobchancen hätten auch Berufskraftfahrer mit 30 000 offenen Stellen, Köche (28 000), Altenpfleger (21 000) und Bürofachkräfte mit 20 000 freien Jobs.