Früherer Ausstieg aus Kohleförderung spart 1,2 Milliarden

Essen. Durch einen früheren Kohleausstieg könnte Deutschland Subventionen in Milliardenhöhe einsparen. Nach den Berechnungen des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) gäbe es bei einer Schließung der Bergwerke im Jahr 2014 statt erst 2018 zwar zusätzliche Kosten von 545 Millionen Euro etwa wegen vorgezogener Sozialpläne. Bei den Subventionen würde die Regierung aber 1,8 Milliarden Euro sparen. "Unterm Strich würden die Steuerzahler also um mehr als 1,2 Milliarden Euro entlastet", sagte Rainer Kambeck vom RWI dem Magazin "Der Spiegel".

Am Freitag hatte der Bergbaukonzern RAG seine eigenen Berechnungen in einem Brief an Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) dargelegt. Demnach würde ein vorzeitiger Ausstieg aus der Steinkohleförderung den Bund zwischen 100 Millionen und 800 Millionen Euro zusätzlich kosten - je nachdem, ob die 6800 Mitarbeiter weiterbeschäftigt werden könnten oder nicht.

Zuvor war von bis zu zwei Milliarden Euro Extrakosten für den Steuerzahler die Rede gewesen. Die EU-Kommission will, dass europaweit Ende 2014 alle staatlichen Beihilfen im Bergbau auslaufen.