Mittelstand strotzt wieder vor Kraft

Kleine und mittlere Unternehmen haben in diesem Jahr rund 200 000 Arbeitsplätze geschaffen, zeigt eine Umfrage der Creditreform

München. Der deutsche Mittelstand beurteilt seine Geschäfte so gut wie seit drei Jahren nicht mehr. "Die Rückkehr zum Vorkrisenniveau scheint geglückt", sagte Helmut Rödl, Vorstandsmitglied der Wirtschaftsauskunftei Creditreform, gestern. Die Auftragsbücher seien voll.

Die kleinen und mittleren Betriebe rechneten mit weiter steigenden Umsätzen, stellten neue Mitarbeiter ein und investierten kräftig. Der Mittelstand blickte noch "in keinem Jahr so zuversichtlich nach vorn wie 2010", unterstrich Rödl. "Heute kann man fast sagen: Es passt alles."

Bei der zweimal jährlich durchgeführten Umfrage zur Wirtschaftslage habe fast die Hälfte der gut 4000 befragten Unternehmen die aktuelle Geschäftslage als gut oder sehr gut bewertet, sagte Rödl.

Im Bau und bei Dienstleistungen gibt es die meisten Neueinstellungen

Im vergangenen Herbst habe sich nur jedes dritte Unternehmen so positiv geäußert. So konnte der Stimmungsindikator zur aktuellen Geschäftslage den bereits im Frühjahr beobachteten Aufwärtstrend fortsetzen und kletterte von 41,1 auf 43,3 Punkte.

Die gute Entwicklung macht sich auch in den Personalplanungen und am Arbeitsmarkt bemerkbar. So habe der Mittelstand seit Frühjahr 2010 rund 200 000 Arbeitsplätze geschaffen. Vorreiter bei Neueinstellungen war dabei das Baugewerbe, gefolgt vom Dienstleistungssektor.

Sehr zuversichtlich sehen die Firmen auch die kommenden Monate. Ein Drittel der befragten Unternehmen erwartet einen Umsatzanstieg, lediglich jeder Zehnte rechnet mit einem Umsatzrückgang. Besonders deutlich zeigt sich die gute Stimmungslage im Mittelstand bei den Ertragserwartungen.

Mit plus 20,9 Punkten kletterte der Stimmungsindikator auf den höchsten Wert seit 2000. "Diese Aufhellung der Ertragsperspektiven im Mittelstand macht Mut, dass es den Unternehmen in der jetzigen Boomphase gelingt, genügend Reserven für die nächste Abschwächung aufzubauen", sagte Rödl.

Fast jedes zweite Unternehmen plant weitere Investitionen

Auch die Investitionstätigkeit dürfte in den nächsten Monaten deutlich in Schwung kommen. Fast die Hälfte der Firmen plant in den kommenden Monaten Investitionen.