Online-Shopping

Ebay-Powerseller werden zur Handelsmacht

Foto: sa/kd / dpa

Der Versandhandel boomt. Mittlerweile werden die meisten Bestellungen per Mausklick aufgegeben. Während die Katalogversender auf der Stelle treten und Teleshops verlieren, legen die reinen Online-Versender kräftig zu. Doch keiner wächst so dynamisch wie die Ebay-Shops.

Nach einer jahrelangen Durststrecke sieht sich der Versandhandel wieder im Aufwind. „Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr weiter zulegen werden, Wachstumsmotor ist unverändert das Internet“, sagte der Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels (bhv), Rolf Schäfer, in Frankfurt.

Eine repräsentative TNS-Infratest-Umfrage unter mehr als 24.000 Verbrauchern zeigt die steigende Beliebtheit des Kaufens per Mausklick. Die meisten Bestellungen werden danach mittlerweile über das Internet aufgegeben (48 Prozent), gefolgt von Bestellungen via Telefon (39 Prozent).

Die gesamte Versand-Branche wird der Prognose zufolge in diesem Jahr ihren Umsatz auf 27,6 Milliarden Euro steigern und damit um 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zulegen. Nach wie vor setzen dabei Versender mit erwarteten 17,4 Milliarden Euro am meisten um, die Bestellungen per Telefon und Internet anbieten. Doch die reinen Online-Händler sind auf dem Vormarsch.

Powerseller sind am dynamischsten

Während bei den klassischen Katalog-Versendern ein leichtes Wachstumsminus erwartet wird, steigern die Internetshops ihren Umsatz. Mit 3,3 Milliarden Euro werden neun Prozent mehr erwartet als im Vorjahr. Doch eine Gruppe ist an Dynamik nicht zu überbieten: die Ebay-Powerseller. Von ihnen wird ein Umsatzplus von satten 26 Prozent erwartet. Mit geschätzten 2,5 Milliarden Euro sind die professionellen Ebay-Verkäufer den Standard-Internetshops dicht auf den Fersen. Auf dem Rückzug sind dagegen die Teleshopping-Versender. Ihr Umsatz soll um 17,7 Prozent auf eine gute Milliarde Euro zurück.

Versandhandel könnte Marktanteil bis 2015 verdoppeln

Für die Zukunft der gesamten Branche zeigt sich der bhv optimistisch. „Ich bin zuversichtlich, dass sich der Wirtschaftsaufschwung und die hohen Tarifabschlüsse ab Ende dieses Jahres auch auf den Einzelhandel auswirken werden“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Thomas Steinmark. Er halte es für machbar, dass der Versandhandel seinen Marktanteil am Einzelhandel von derzeit 7 (Vorjahr: 6,8) Prozent bis 2015 auf 13 Prozent fast verdoppeln kann.

Derzeit geben die Menschen in Deutschland pro Kopf 335 Euro für Waren aus, die ihnen bis an die Tür geliefert werden - und damit so viel wie nie zuvor (Vorjahr: 318 Euro). Bestellt werden vor allem Kleidung und Schuhe: Etwa jedes fünfte Kleidungsstück in Deutschland wird über den Versandhandel verkauft. Viel gefragt sind auch Bücher und CDs sowie Unterhaltungselektronik.

Quelle: Welt Online