Arbeitgeber kritisieren Herbstaktionen der IG Metall

Kundgebungen gegen die Sparpläne der Regierung geplant

Hamburg. Bereits vor Beginn der Herbstaktionen der Gewerkschaft IG Metall zeichnet sich ein Konflikt mit dem Arbeitgeberverband Nordmetall ab. Die Arbeitgeber werten die geplanten Aktionen in den Betrieben gegen Sparpläne der Bundesregierung wie die geplante Rente mit 67 als politische Demonstrationen. "Sollte die IG Metall versuchen, die Betriebsabläufe in unseren Mitgliedsunternehmen zu stören, handelt sie rechtswidrig", sagte Verbandssprecher Peter Haas gestern dem Abendblatt. Verließen Arbeitnehmer unerlaubt ihren Arbeitsplatz, könnte ihnen ihr Entgelt gekürzt oder sie könnten abgemahnt werden.

Gewerkschaften prangern Missbrauch von Leiharbeit an

Die IG Metall will im Oktober und November mit Hunderten von Demonstrationen sowie Aktionen in Unternehmen ihre Vorstellungen für einen "Kurswechsel für ein gutes Leben" deutlich machen. Dabei geht es neben dem Protest gegen einen späteren Renteneintritt, den die Gewerkschaft für unrealistisch hält, auch um den "zunehmenden Missbrauch der Leiharbeit, der weitere Einstellungen verhindert", wie Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, gestern in Hamburg sagte. Kritisch sieht die IG Metall auch sinkende Ausbildungszahlen und die ihrer Auffassung nach zu geringen Übernahmen bei ausgebildeten Menschen. Die größten Veranstaltungen sind für Hamburg, Hannover, Bremen, Kiel und Flensburg geplant. In der Hansestadt folgt am 30. Oktober auf eine Kundgebung eine Barkassenfahrt.

Rettungsboot soll auf schwierige Lage im Schiffbau hinweisen

Während Nordmetall argumentiert, dass in Betriebsversammlungen nur Themen erörtert werden könnten, die den Betrieb und die Arbeitnehmer unmittelbar betreffen, hielt die IG-Metall-Bezirksleiterin Küste, Jutta Blankau, gestern dagegen. Sie könne dieses "Demokratieverständnis nicht nachvollziehen. Wenn die Rente mit 67 oder Leiharbeit die Beschäftigten nicht unmittelbar betreffen, weiß ich auch nicht mehr." Die IG Metall hat nun ihrerseits die Betriebsräte informiert. "Es wird in den Betrieben rappeln", sagte Blankau.

In die Aktionen eingeschlossen werden Kundgebungen an den Werftstandorten sein, bei denen mit einem Rettungsboot auf die schwierige Lage des Schiffbaus aufmerksam gemacht wird. Ziel: Die Hilfen aus dem Deutschlandfonds sollen entgegen den Planungen der Regierung über das Jahresende hinaus verlängert werden. Schließlich sei die Krise der Werften bis dahin nicht überwunden, sagte Blankau.