Tausende Telekom-Mitarbeiter müssen Arbeitsort wechseln

Standort Hamburg profitiert. IT wird aber nach Münster verlagert

Bonn/Hamburg. Bei der Deutschen Telekom müssen sich innerhalb der kommenden zwei Jahre mehr als 5000 Mitarbeiter auf längere Fahrzeiten zur Arbeit oder auf einen Umzug einstellen. Das Unternehmen strukturiert die Bereiche Geschäftskundenservice und -vertrieb sowie IT neu. Bis Ende 2012 sollen bundesweit neun moderne Vertriebs- und Servicezentren sowie zusätzliche 28 Vertriebsbüros aufgebaut werden, teilte die Telekom gestern mit. Zugleich sollen die IT-Teams in fünf Innovationszentren zusammengeführt werden.

Jetzt verteilen sich die Mitarbeiter des Geschäftskundenservices und Mittelstandsvertriebs auf 140 Standorte - darunter 43 Büros mit weniger als zehn Beschäftigten und 83 Außenstellen mit durchschnittlich 44 Mitarbeitern. Für die IT-Mitarbeiter gibt es zurzeit 58 Büros mit weniger als zehn Mitarbeitern oder Einzelarbeitsplätze sowie 33 Außenstellen mit durchschnittlich 34 Beschäftigten. Mit dem neuen Konzept ist keine Rationalisierung verbunden. Die Telekom garantiert allen Mitarbeitern ihren Arbeitsplatz.

Hamburg profitiert, bezogen auf die Zahl der Jobs, von dem Programm. "Zwar werden die 70 Stellen aus der IT nach Münster verlagert, aber aus dem Geschäftskundenservice werden mehr als 70 Arbeitsplätze an die Elbe kommen", sagte Telekom-Sprecherin Stefanie Halle dem Abendblatt. Derzeit arbeiten in Hamburg 4480 Mitarbeiter für das Unternehmen.

Die Gewerkschaft Ver.di sieht die neue Struktur kritisch. Die Zentralisierung rüttele an der Existenzgrundlage vieler Beschäftigter, sagte Bundesvorstand Lothar Schröder. Ver.di will mit der Belegschaft über die Pläne beraten und Aktionen ausloten.