Internethandel

Apotheker warnen vor gefälschten Medikamenten

Die deutschen Apotheker haben vor einer zunehmenden Zahl gefälschter Medikamente und ihren schädlichen Folgen für die Verbraucher gewarnt. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation seien bis zu zehn Prozent der Arzneimittel weltweit gefälscht, behauptet die Bundesapothekerkammer.

Die deutschen Apotheker haben vor einer zunehmenden Zahl gefälschter Medikamente und ihren schädlichen Folgen für die Verbraucher gewarnt. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation seien bis zu zehn Prozent der Arzneimittel weltweit gefälscht, sagte die Präsidentin der Bundesapothekerkammer, Magdalene Linz. Durch den globalisierten Markt gelangten immer mehr Fälschungen auch nach Deutschland und in andere europäische Länder. Einfallstore seien der Schwarzmarkt – etwa in Form von heimlich gehandelten Dopingmitteln, aber auch dubiose Internetversender.


In den Apotheken hierzulande tauchten hingegen so gut wie keine Fälschungen auf, betonte Linz: Von 1996 bis 2007 habe das Bundeskriminalamt nur 38 Fälle von Arzneimittelfälschungen in der Vertriebskette vom Hersteller bis zum Apotheker festgestellt. Auch der Versandhandel von deutschen Apotheken sei sicher, erklärte Linz: „Allerdings ist es für Verbraucher schwierig, zwischen einem seriösen und einem kriminellen Versandhändler zu unterscheiden.“ Selbst Internet-Qualitätssiegel könnten gefälscht sein.

Nach einer Befragung der Meinungsforscher von Forsa im Auftrag der Apotheker glauben Verbraucher, ein gefälschtes Medikament vor allem am fehlenden oder fremdsprachigen Beipackzettel (56 Prozent), am Schnäppchenpreis (47 Prozent), an einer ungewohnten oder fehlenden Wirkung (40 Prozent) oder vermehrten Nebenwirkungen (39 Prozent) zu erkennen. Hinter einer veränderten Verpackung vermuteten indes nur gut ein Viertel (28 Prozent) der Befragten ein gefälschtes Medikament – die übrigen knapp drei Viertel würden also nicht misstrauisch, wenn sie ihre Arznei als lose Tabletten im Plastikbeutelchen bekämen, konstatierte Linz. Die Apotheker hätten hier noch einiges an Aufklärungsarbeit zu leisten, erklärte sie.

Die Apotheker stehen dem Versandhandel generell skeptisch gegenüber – auch weil sie die unliebsame Konkurrenz fürchten. Der Verweis auf angeblich gefälschte Medikamente ist ein gängigens Argument der Ladenbesitzer gegen den Internethandel. Versandhändler bieten Medikamente oft billiger an als stationäre Apotheken.

Quelle: Welt Online