Razzia

Gildemeister-Chef unter Korruptionsverdacht

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Foto: bt/cu/sv mg htf / DPA

Deutschlands größter Werkzeugmaschinenbauer ist ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Ermittler durchsuchten nicht nur Büros von Gildemeister, sondern auch die Privaträume von Konzernchef Kapitza. Die Börse straft das MDax-Unternehmen ab – und zwar heftig.

Die Bielefelder Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Gildemeister-Chef Rüdiger Kapitza wegen des Vorwurfs der Untreue, Bestechlichkeit, Bestechung und Steuerhinterziehung. In einer Großrazzia durchsuchten die Ermittler bereits am Dienstag Konzern- sowie Privaträume Kapitzas und stellten umfangreiche Unterlagen sicher, wie der für Wirtschaftsstraftaten zuständige Staatsanwalt Klaus Pollmann mitteilte.


Die Unterlagen sollen nun ausgewertet und der Konzernchef wie auch andere Beschuldigte vernommen werden. Einen Zeitpunkt hierfür nannte Pollmann nicht. Insgesamt wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft 19 Durchsuchungsbeschlüsse an elf verschiedenen Orten in Deutschland sowie in Österreich vollstreckt. Dabei waren rund 50 Beamte der Kriminalpolizei, der Steuerfahndung und der Staatsanwaltschaft im Einsatz. Die Ermittlungen richteten sich neben Kapitza auch gegen zwei Österreicher und noch unbekannte Personen.

Haftbefehle gebe es im Zusammenhang mit den Vorwürfen nicht, sagte der Sprecher. „Wir haben dazu keine Veranlassung gesehen.“ Alle befänden sich aber auf freiem Fuß. Bislang sei Kapitza auch noch nicht vernommen worden.

Gildemeister-Aktien stürzen heftig ab

Gildemeister wiegelt ab. Konzernsprecherin Tanja Figge sagte: „Der Vorstand geht davon aus, dass die Vorwürfe unbegründet sind.“ Gildemeister arbeite eng mit den Ermittlern zusammen. Es bestehe ein großes Interesse an einer raschen Aufklärung.

Figge bekräftigte die Firmenplanungen. „Wir halten an unseren Prognosen fest und werden wie geplant am 12. Februar die vorläufigen Zahlen für 2007 veröffentlichen.“ Die Geschäfte des Konzerns laufen seit längerem auf Hochtouren. Mit einem dicken Auftragspolster im Rücken wollte Gildemeister 2007 den Vorjahresgewinn von 27,1 Millionen Euro um 60 Prozent übertreffen.

Dies konnte die Anleger nicht besänftigen. An der Börse wurden die erst vor wenigen Wochen in den Nebenwerteindex MDax aufgestiegenen Gildemeister-Aktien abgestraft. Der Kurs brach um über 24 Prozent auf 9,87 Euro ein. Am Vortag war der Kurs bereits um mehr als 12 Prozent gesunken.

Quelle: Welt Online

( Reuters/AP/ap )

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