Einzelhandel

Edeka sieht sich als Gewinner in Deutschland

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Edeka singt das Hohelied auf den eigenen Standort. "Für uns ist Deutschland so attraktiv wie noch nie", sagte Edeka-Vorstandschef Alfons Frenk - auch wenn Deutschland der härteste Markt der Welt für Einzelhändler sei.

Laut Vorstandschef Alfons Frenk hat der Edeka-Konzern glänzende Zukunftsaussichten. Sein Konzern konzentriere sich ausschließlich auf das Inlandsgeschäft und investiere hohe Summen in den Ausbau der selbstständigen Edeka-Filialen, in die SB Warenhäuser der Tochter Marktkauf sowie in die eigene Discounter-Kette Netto. Weiterer Vorteil sei es, dass Edeka Teil der europäischen Einkaufsgemeinschaft Alidis Agenor in der Schweiz sei. Hier kauft der Konzern zusammen mit der französischen Intermarché und der schweizerischen Eroski-Gruppe ein. Diese Kombination garantiere Edeka auch in Zukunft über dem Branchendurchschnitt liegende Gewinne.

Bereits im vergangenen Jahr hat Edeka bei einem Einzelhandelsumsatz von 30,2 Mrd. Euro und einem Ergebnis (Ebit, vor Zinsen und Steuern) von 1,1 Mrd. Euro überdurchschnittlich verdient. Die Rendite daraus von knapp 3,5 Prozent übertrifft alle Konkurrenten – zumindest diejenigen, die ihre Zahlen veröffentlichen und nicht wie etwa der Discounter Aldi ein Geheimnis aus der Gewinnlage machen. Im laufenden Jahr will Edeka die Vorsteuerrendite auf gut 3,8 Prozent und bis 2008 auf vier Prozent erhöhen. Die Chancen dazu stehen nicht schlecht. So ist Edeka von Januar bis April 2007 mit einem Umsatzplus von vier Prozent im selbstständigen Einzelhandel weit stärker gewachsen als die Konkurrenz. Derart hohes Wachstum auf vergleichbarer Verkaufsfläche bedeutet im Einzelhandel meist steigende Gewinne. Offenbar wirkt sich der hohe Werbeaufwand von Edeka aus, den der Einzelhändler zu seinem 100. Geburtstag gestartet hat.

Edeka-Chef Frenk gab als erstes Konzernziel aus, den Marktanteil von heute 26 Prozent im deutschen Lebensmitteleinzelhandel bis zum Jahr 2010 auf 30 Prozent zu erhöhen. Den Abstand zum Verfolger Rewe – die Kölner liegen derzeit bei einem Marktanteil von 19 Prozent dahinter – will Frenk weiter vergrößern. Neben eigenem Wachstum soll dies aber auch durch Zukäufe erreicht werden. So steht Edeka unmittelbar vor dem Kauf eines Konkurrenten mit einem Umsatz von rund einer Mrd. Euro. Namen nannte Frenk nicht. Denkbar ist jedoch, dass Edeka dadurch den eigenen Discounter Netto stärken will.

So will der größte Einzelhandelskonzern Deutschlands in diesem Jahr mindestens 200 neue Läden eröffnen, die Hälfte entfallen auf den vor zwei Jahren zugekauften Discounter Netto. Bei Edeka selbst setzt das Management auf eigene Unternehmer und will in den nächsten drei Jahren weitere 500 Filialen an selbstständige Kaufleute abgeben. Von den rund 10000 Edeka-Geschäften werden heute 6642 von selbstständigen Einzelhändlern geführt. Konzernchef Frenk rechtfertigte zugleich den Verkauf der 133 Baumärkte der Marke Marktkauf an den Konkurrenten Rewe. „Wir waren einfach nicht in der Lage, das Geschäft zu betreiben“, sagte der Manager. Frenk räumte ein, dass durch den Verkauf ein Buchverlust angefallen sei, nannte aber keine Summe. Sie wird aber auf rund 100 Mio. Euro geschätzt.

Quelle: Welt Online