Produktvergleich

Mit DVD-Rekordern haben Sie das TV im Griff

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Helge Denker

Foto: fr fo sh/dar / Sony

Bei deutschen Kunden sind Rekorder mit DVD-Brenner und großer Festplatte äußerst beliebt. Die Geräte liefern Informationen zu den Sendungen, überspringen Werbeblöcke und machen unabhängig vom Programmschema. WELT ONLINE hat vier der meistverkauften Rekorder miteinander verglichen.


Wer einen Videorekorder kauft, entscheidet sich fast nur noch für ein digitales Modell. Davon wiederum sind fast alle mit einer Festplatte ausgestattet. Das macht den Kunden nicht nur unabhängig vom DVD-Standard. Die Speicher sind so groß, dass häufig einige Hundert Stunden Fernsehprogramm darauf passen. Im vergangenen Jahr haben die Hersteller mehr als 900.000 DVD-Rekorder verkauft, schätzt die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) in einer ersten Bilanz. Davon waren 750.000 Geräte mit einer Festplatte ausgerüstet, nur 150.000 kommen noch ohne aus.

Digitale Rekorder geben nicht nur Kinofilme auf gekauften DVDs oder Musik auf CD wieder, sie können auf Festplatte oder DVD auch das laufende Fernsehprogramm aufnehmen und über die Timeshift-Funktion zeitversetzt wiedergeben. Auf Wunsch überspringt der Rekorder bei der Wiedergabe Werbeblöcke in Spielfilmen. Mit Hilfe eines elektronischen Programmführers lassen sich TV-Sendungen durch einen Tastendruck einfach finden und aufnehmen. Um die Aufnahmen zu archivieren, werden sie auf DVDs gebrannt. Das erledigen die meisten Modelle doppelt so schnell wie die eigentliche Wiedergabegeschwindigkeit.


Die Festplatten der meisten Rekorder fassen zwischen 280 und knapp 500 Stunden Video in einfacher Qualität. Das reicht theoretisch für zwölf bis 20 Tage Nonstop-Aufnahme. Dafür müssen Kunden mindestens 100 Euro ohne und ab 150 Euro mit Festplatte zahlen. Im Durchschnitt gaben die Käufer im vergangenen Jahr für einen DVD-Rekorder 314 Euro aus, berechneten die gfu-Statistiker. Die vier Modelle im folgenden Vergleich kosten zwischen 230 und 330 Euro.

Panasonic DMR EH 575

Das Modell gehört zu den meistverkauften DVD-Rekordern. Auf seine Festplatte passen, je nach Qualitätsstufe, 36 bis 284 Stunden Video. Zum Archivieren von Filmen können alle gängigen DVD-Formate verwendet werden, auch Doppelschicht-DVDs. Auf die packt der Panasonic fast acht Stunden Video, allerdings in einfacher Qualität. Auf die Festplatte passen 284 Stunden Video. Dem Modell fehlen eine Einschubmöglichkeit für Speicherkarten und ein USB-Anschluss, um Fotos auszulesen oder einen Drucker anzuschließen.

Ein elektronischer Programmführer, Video-Programm-Service (VPS) und Showview erleichtern die Bedienung. Für Raumklang sorgen die Tonformate Dolby Digital und DTS Surround. Das Gerät gibt es in zwei Versionen, für Kabel- und Satellitenempfang. Bei Aufnahmen über eine Set-Top-Box sorgt es dafür, dass es immer das richtige Programm aufzeichnet. Das Schwestermodell DMR-EX 77 besitzt neben einem Empfänger für digitales Antennenfernsehen (DVB-T) auch einen Einschub für Fotospeicherkarten.

Sony RDR HX 750

Stärkster Konkurrent des Panasonic-Rekorders ist Sonys RDR HX 750, der ebenfalls über eine 160 Gigabyte große Festplatte verfügt. Darauf passt mit 465 Stunden fast doppelt so viel Videomaterial. Bei so hoher Speicherdichte leidet jedoch die Bildqualität. Der Rekorder kopiert Filme recht schnell von der Festplatte auf DVD und unterstützt alle gängigen DVD-Formate, bis auf DVD-RAMs.


Hobbyfotografen dürfte am Gerät ein Steckplatz für Speicherkarten fehlen. Immerhin sind zwei USB-Anschlüsse vorhanden, mit denen sich Fotos auf die Festplatte übertragen und auf dem Fernseher im Großformat wiedergeben lassen. Das Überspielen funktioniert auch mit Musik von CD.

Pioneer DVR 555H-S

Das Nachfolgemodell des 550H bietet eine gute Ausstattung, viele Anschlüsse und kommt mit allen gängigen DVD-Formaten zurecht. Die 160 Gigabyte große Festplatte fasst bis zu 455 Stunden Video, eine Doppelschicht-DVD reicht für höchstens 13 Stunden. Dann aber leidet die Bildqualität. Das Kopieren von der Festplatte auf DVD klappt zügig, für problemlose Aufnahmen sind ein elektronischer Programmführer (EPG), Showview und VPS vorhanden. Mit dem EPG lassen sich auch Fernsehserien, die täglich oder in wöchentlichem Rhythmus gesendet werden, problemlos aufnehmen.

Darüber hinaus passen in das Pioneer-Modell USB-Sticks, aber keine Speicherkarten. Stattdessen verfügt der Rekorder ungewöhnlicherweise über einen Eingang für PC-Karten. Für Aufnahmen mit einem Satellitenempfänger kann der DVD-Rekorder auch die Set-Top-Box zwischen digitalem TV-Signal und Fernseher übernehmen. Pioneer bietet außerdem Modelle an, die auch das terrestrische DVB-T empfangen können.

LG RH-277H

Unter den meistverkauften Festplattenrekordern gehört das Modell von LG Electronics zu den günstigsten. Käufer müssen allerdings auch auf einen Steckplatz für eine Speicherkarte verzichten. Außerdem fehlt ein elektronischer Programmführer. Dadurch ist es mühsam, TV-Sendungen zu finden und aufzunehmen. Ein weiteres Manko ist, dass der Rekorder Set-Top-Boxen nicht steuern kann. Das erschwert die Aufnahme von über Satellit ausgestrahlten Fernsehprogrammen unnötig.

Positiv fällt auf, dass alle wichtigen Audio- und Videoanschlüsse vorhanden sind. Dolby Digital und DTS Surround sorgen für den räumlichen Klang. Auch eine USB-Buchse, mit dem sich zum Beispiel Fotos und Musik auf der eingebauten Festplatte speichern lassen, ist an Bord. Ein weiteres Plus: Mit etwa 43 Stunden Videoaufzeichnung in höchster Qualität bietet der LG-Rekorder etwa zehn Stunden mehr Spielzeit als die anderen DVD-Rekorder des Vergleichs.

Quelle: Welt Online

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