Online-Shopping

Lebensmittel bequem und günstig im Internet bestellen

Vom Supermarkt-Sortiment bis zum Feinkostspezialisten: Inzwischen kann der Kunde alles Online bestellen. Regionale Lieferanten bringen die Ware bis zum heimischen Kühlschrank. Deutschlandweit ist sogar der Postweg möglich, allerdings gibt es große Preisunterschiede bei den Versandgebühren.

Das Wochenende ist kurz und viele Menschen haben es satt, einen Großteil davon mit Parkplatzsuchen und Schlangestehen zu verbringen. Es geht auch anders. Einige Internet-Supermärkte liefern Milch, Obst, Gemüse und Wasserkiste bis auf den heimischen Küchentisch. "Das eignet sich besonders für Berufstätige und ältere Menschen", meint Simone Vintz von der Stiftung Warentest. Viele wollten sich Lebensmittel jedoch vor dem Kauf lieber selbst angucken. Dabei sind die Verbraucher durch Widerrufs- und Gewährleistungsrechte beim Online-Kauf von Lebensmitteln gut geschützt. "Bei verdorbener Ware darf der Kunde die Annahme selbstverständlich verweigern", sagt Vintz.

Bislang sind die Deutschen noch zurückhaltend mit dem Lebensmittelkauf im Internet. Im vergangenen Jahr gaben sie 270 Mio. Euro für per Mausklick georderte Lebensmittel und Getränke aus. Das ist laut Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) wenig im Vergleich zu 1,8 Mrd. Euro für Bücher, CDs und DVDs. "Der Lebensmittelhandel mit Endverbrauchern über das Internet hat sich bislang nicht zu einem Massenmarkt entwickeln können", sagt Thomas Pauschert, Autor des Online-Shopping-Survey von Gfk-Enigma. Dennoch, das Geschäft in der Nische boomt. Vom Supermarkt-Vollsortimenter bis Biowaren- oder Feinkost-Spezialisten ist im Internet alles zu finden.

Bevor Konsumenten sich für den Lebensmittelkauf per Klick entscheiden, sollten sie mit den Regeln vertraut sein. Wichtigster Unterschied ist der zwischen Lieferung und Versand. Ein bundesweites Angebot für die Lieferung bis in die Wohnung gibt es bislang nicht. Die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann bedient die Regionen Berlin und München, der Internet-Supermarkt Doit24 die Städte Dresden und Berlin und der Edeka Markt Flauer einen Teil des Rheinlands (siehe Tabelle).

In der Regel bekommt der Verbraucher bei diesen Lieferanten die Ware innerhalb eines Tages. Bedingung: Er muss in einem bestimmten Zeitfenster von zwei bis vier Stunden die Wohnung hüten. Pro Lieferung zahlt der Kunde beispielsweise bei Kaiser's Tengelmann fünf Euro - egal ob eine Tüte oder 30 Getränkekisten in den fünften Stock geschleppt werden. "Das Leergut nehmen wir beim nächsten Mal wieder mit", sagt Thoralf Kalweit, Gründer des Kopenhagener Lieferservices. Bei ihm fallen pro Lieferung in Berlin nur 3,99 Euro an. Bei einigen Anbietern entfallen die Bringgebühren ab einem bestimmten Einkaufswert sogar komplett. Bestellen können Konsumenten meistens sowohl im Internet, als auch per Fax und Telefon - wobei das telefonische Ordern auf bestimmte Zeiten begrenzt ist.

Mit speziellen Verpackungen und Kühlboxen sorgen die Liefer-Supermärkte dafür, dass auch Tiefkühlpizzen und -Pommes sicher beim Kunden ankommen. Preislich orientieren sich die Online-Lebensmittelmärkte an den Stationären, mit Discountern können sie nicht mithalten. Wer prüfen möchte, ob es in seiner Nähe einen Liefer-Supermarkt gibt, kann Online-Portale wie Easyeinkauf (www.easyeinkauf.de) nutzen. Hier gibt es eine Suchmaske für Lebensmittelmärkte mit Postleitzahleingabe. Gibt es keinen regionalen Anbieter, bleibt immer noch die Lieferung per Post.

Doit24 ist nach eigenen Angaben der einzige Anbieter, der deutschlandweit Frisch- und Kühlwaren verschickt. Doit24 plant ebenso wie Kaiser's Tengelmann auch den Lieferservice auf weitere Städte auszuweiten. Ab einem Mindestbestellwert von 30 Euro verschickt Doit24 weltweit Lebensmittel. In Deutschland berappt das Unternehmen pro angefangene 15 Kilogramm fünf Euro für den Versand, im Ausland wird es teurer. Vorbild ist der britische Handelsriese Tesco, dessen Online-Angebot als der größte Internet-Supermarkt weltweit gilt. "Bei den Versandgebühren gibt es Wahnsinnsunterschiede. Hier kommt der Kunde nicht darum herum, die Anbieter genau zu vergleichen", warnt Internetexpertin Vintz.

Besonders bei Spezialitäten-Anbietern für Wein, Hummer oder Salami sollten Konsumenten besser zweimal hinschauen. Häufig werden für Frischeprodukte oder bei Expressversand Aufschläge berechnet. Stimmt der Preis, spricht laut Verbraucherschützern nichts dagegen, im Internet zu ordern, was es beim Markt um die Ecke nicht gibt. Das Internetportal Schlemmerland (www.schlemmerland.de) bietet beispielsweise eine Übersicht vom Whiskey-Spezialisten (www.whiskyworld.de) bis zum Wein direkt vom Winzer (www.rouge-blanc.com).

Auch Bio-Lebensmittel aus kontrolliert ökologischem Anbau werden immer häufiger übers Internet vertrieben. So kommt die Ware direkt vom Bauernhof in die Küche. Amorebio (www.amorebio.de) beispielsweise verschickt Lebensmittel mit dem Bio-Label, Delinat (www.delinat.de) Weine und Jungborn (www.jungborn.de) Honig. Auch Drogerieartikel bieten viele Internetsupermärkte zum Versand an. Die Kette Rossmann verkauft fast ihr komplettes Sortiment von Windeln bis Hautcreme auch online.

Egal für welchen Internetanbieter oder Lieferservice sich die Konsumenten entscheiden: Transparenz bei der Bestellung ist oberstes Gebot. "Eine Warenkorbfunktionalität ist wünschenswert, damit der Verbraucher direkt sieht, was er bestellt", sagt Stiftung Warentest-Expertin Vintz. Bedeutet, dass der Kunde die Waren nicht direkt bestellt, sondern wie in einem Einkaufswagen zunächst sammelt. Erst wenn er zur Online-Kasse "geht", entscheidet er sich verbindlich für den Kauf. Der tatsächliche Endpreis inklusive aller Zusatzkosten sollte spätestens hier ersichtlich sein. Leider ist dies nicht immer der Fall (siehe unten).

Quelle: Welt Online