So haben Kunden ihr Verhalten beim Einkauf geändert

Wiesbaden. Verbraucher in Deutschland greifen beim Einkauf immer seltener zu Fleisch und Alkohol. In den vergangenen 20 Jahren ist die Nachfrage nach Fleischprodukten preisbereinigt um 17,8 Prozent gesunken, teilte das Statistische Bundesamt gestern mit. Hingegen stiegen Gemüse (plus 35,1 Prozent) und Fisch (plus 15,3 Prozent) zwischen 1991 und 2011 spürbar in der Gunst der Verbraucher.

In einigen Bereichen veränderten sich die Konsumgewohnheiten privater Haushalte in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren stark, berichteten die Statistiker anlässlich des heutigen Weltverbrauchertags. Deutlich spendabler zeigen sich Verbraucher bei Ausgaben für Freizeit, Unterhaltung und Kultur. Geradezu explodiert (plus 321 Prozent) sind die Ausgaben für Fernseher und Computer. Diese außerordentliche Steigerung sei in erster Linie auf ständige technologische Innovationen zurückzuführen.

Für Zeitungen, Bücher und Schreibwaren wurde nicht mehr so tief in die Tasche gegriffen wie noch vor 20 Jahren, die Ausgaben gaben um fast ein Viertel nach. Auch die Konsumausgaben für Musikinstrumente (minus 28,8 Prozent) verloren an Bedeutung.

Stetig sparsamer werden die Verbraucher auch beim Alkohol. Die Nachfrage sank preisbereinigt um 17,1 Prozent. Ihre Ausgaben für Bier drosselten die Menschen in der Biernation Deutschland um 13,8 Prozent, der Konsum von Spirituosen brach im Laufe von 20 Jahren um ein starkes Drittel (minus 38,8 Prozent) ein. Hingegen wird in Deutschland etwas mehr Wein (plus 4,7 Prozent) getrunken als im Jahr 1991.

Insgesamt sind die Konsumausgaben der privaten Haushalte in Deutschland in den letzten 20 Jahren preisbereinigt um 20 Prozent gewachsen. Pro Jahr entspricht das nach den Angaben einer durchschnittlichen Veränderungsrate von 0,9 Prozent. Damit steigen die Konsumausgaben seit 1991 langsamer als die Wirtschaftsleistung: Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von 1991 bis 2011 um 30,2 Prozent (oder durchschnittlich 1,3 Prozent pro Jahr) zu.