Finanzgenie

Buffett verdient mit Hurrikans 224 Millionen Dollar

Der reichste Mann der Welt, Warren Buffett, hat mit einer Wette auf die diesjährige Hurrikan-Saison in Florida mehr als 200 Millionen Dollar verdient. Mit dem komplexen Finanzgeschäft hatte er den US-Bundesstaat gegen teure Sturmschäden abgesichert. Glück für den Milliardär: Schlimme Stürme blieben aus.

Warren Buffett bewies mal wieder den richtigen Riecher: Mit einer Wette auf die diesjährige Hurrikan-Saison in Florida verdiente die Investment-Legende 224 Mio. Dollar (159 Mio. Euro). Für diese Summe hatte sich der Milliardär bereit erklärt, bei größeren Sturmschäden in dem US-Bundesstaat Anleihen der öffentlichen Hand zu übernehmen. Das Volumen der Put-Option lag bei vier Mrd. US-Dollar (2,8 Mrd. Euro), aber bislang wurde die mit Buffetts Gesellschaft Berkshire Hathaway vereinbarte Schadens-Schwelle nicht erreicht. Nach Angaben von Dennis MacKee, einem Sprecher der Finanzagentur Floridas, läuft die Vereinbarung am 31. Dezember aus.

Durch den Vertrag mit Buffett wollte Florida Zweifel an seinen Refinanzierungs-Möglichkeiten zerstreuen. Der Staat im sturmgefährdeten Südosten der USA bietet Hauseigentümern und nicht börsennotierten Unternehmen Policen zu Raten unter dem normalen Marktpreis an und hat vorgesehen, eventuellen Liquiditätsbedarf am Anleihemarkt zu decken.

Die Ratingagentur Fitch erklärte im März mit Blick auf die Kreditkrise, es könne ein Problem sein, bei einem großen Sturm Investoren zu finden. „Es wäre schwierig gewesen, in diesem Umfeld Anleihen zu platzieren. Daher war es so, wie es ausging, für alle Beteiligten am besten“, sagte MacKee.

Der Vereinbarung zufolge war Berkshire verpflichtet, die Anleihen zu übernehmen, wenn der Fonds des Bundesstaats bis Ende dieses Jahres einen Verlust von 25 Mrd. Dollar erlitten hätte. Der Zins über die 30-jährige Laufzeit des Papiers hätte bei jährlich 6,5 Prozent gelegen. Den Prognosen des Staats zufolge richtet ein einziger Sturm nur einmal in 32 Jahren einen Schaden in Höhe der durch die Rückversicherungs-Vereinbarung abgedeckten Summe an.

Zum Vergleich: Die teuerste Naturkatastrophe in der Geschichte der USA, Hurrikan Katrina im Jahr 2005, verursachte Versicherungsschäden von rund 41,1 Mrd. Dollar. Nach Angaben der US-Wetterbehörde war die diesjährige Hurrikan-Saison, die bis Ende September dauerte, eine der fünf schlimmsten seit 1944. Dabei konzentrierten sich die Schäden allerdings auf Texas und Louisiana.

Berkshire, die rund die Hälfte ihres Gewinns im Versicherungsgeschäft erzielt, ist nach Worten Buffetts bereit, Schäden von bis zu sechs Mrd. Dollar je Sturm zu übernehmen. Bedingung sei, dass das Risiko angemessen vergütet werde. Im September belief sich der Bestand an liquiden Mitteln bei Berkshire auf 30 Mrd. Dollar.

Quelle: Welt Online