Probleme mit Windanlagen in der Nordsee

Emden. Rückschlag für die Windkraft von der Nordsee: Im ersten deutschen Offshore-Testfeld Alpha Ventus sind zwei der zwölf Windräder seit mehreren Wochen ausgefallen. Die tonnenschweren Gondeln müssten ausgetauscht werden, sagte ein Sprecher des Baukonsortiums gestern in Hamburg. Das Hochseetestfeld Alpha Ventus war erst am 27. April offiziell in Betrieb gegangen. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hatte die Eröffnung als "schönsten Tag meiner Amtszeit" bezeichnet.

Auch der Bau des ersten deutschen kommerziellen Windparks Bard Offshore 1 vor Borkum ist ins Stocken geraten. Nach dem Sturz eines 90 Meter langen Fundamentrohres auf das Bauschiff "Wind Lift 1" vor drei Wochen mussten mehrere Anlagen in Emden überprüft werden. Das Schiff soll in Kürze ins Baugebiet rund 100 Kilometer nordwestlich von Borkum zurückkehren. Bisher stehen dort Fundamente für fünf Anlagen, geplant sind 80 Windräder. Im Testfeld Alpha Ventus waren Gleitlager der Gondeln des Herstellers Areva Multibrid zu warm geworden. Wegen der kompakten Bauweise müssten die Rotoren der bis zu 155 Meter hohen Türme abgenommen und die zwei Gondeln mit den Getrieben komplett ausgetauscht werden, sagte der Sprecher.

Die Reparaturarbeiten vor Borkum dauern mehrere Wochen und sollen voraussichtlich im Spätsommer erfolgen. Die Kosten sind bisher nicht absehbar. Unklar ist, ob auch die anderen vier von sechs Multibrid-Anlagen betroffen sind. Die übrigen sechs Anlagen des Herstellers Repower liefen dagegen reibungslos.