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Iberia und British Airways planen Fusion

Die Fluggesellschaften British Airways (BA) und Iberia wollen fusionieren, um sich gemeinsam dem immer härteren Wettbewerb in der europäischen Luftfahrtbranche zu stellen. Die Aktienkurse beider Gesellschaften steigen. Die Einzelheiten der Fusion werden noch verhandelt.

„Nur die Stärksten überleben, daher legen wir heute den Grundstein für den einen der größten Luftfahrtverbände der Welt“, kündigte Iberia-Chef Fernando Conte an. Beiden Partner verfügen über eine Flotte von 450 Flugzeugen. Der gemeinsame Börsenwert summiert sich auf fünf Mrd. Euro. Die Transaktion soll über einen Aktientausch erfolgen. Die Verhandlungen über die Details könnten allerdings noch ein paar Monate dauern, hieß es.

Die Briten halten bereits 13,15 Prozent der Aktien der spanischen Fluglinie. Das BA-Management hatte seit längerem eine Vollübernahme angestrebt. „Die Konsolidierung im Luftverkehr ist überfällig“, sagte BA-Chef Willie Walsh. „Die erwarteten Synergien und die Tatsache, dass sich unsere Streckennetze perfekt ergänzen, machen eine Fusion sehr attraktiv, vor allem wenn wir das derzeitige trübe wirtschaftliche Umfeld berücksichtigen“.


Iberia-Chef Fernando Conte war die Erleichterung anzusehen. Aufgrund starker Überkapazitäten und eines gnadenlosen Preiskampf hatte er zuletzt auf dem Heimatmarkt mit dem Rücken zur Wand gestanden. „Wir arbeiten schon seit zehn Jahren zusammen und eine Fusion würde auf diesem Erfolg aufbauen“, sagte Conte. Beide Airlines fliegen in der Luftfahrt¿allianz „Oneworld“.


„Die Fusion wird die Rolle meines Unternehmens als Tor nach Lateinamerika stärken“, sagte der Iberia-Chef. Beide Unternehmen werden weiter unter ihrer Marke operieren. Eine Holdinggesellschaft soll an den Börsen in Madrid und London notieren. Schon seit Frühjahr 2007 hatte Conte nach potenziellen Käufern seiner Airline Ausschau gehalten und dabei mit Iberias Marktführerschaft auf den Lateinamerikarouten kräftig die Werbetrommel gerührt. Als Interessenten galten neben British Airways seinerzeit auch Air France/KLM und die Lufthansa. Die Deutschen ließen sich allerdings nie aus der Reserve locken. Konzernchef Wolfgang Mayrhuber betonte mehrmals, dass Iberia zu teuer sei. Geld wird bei der gesamten Transaktion nun nicht fließen. Aktionäre von Iberia und BA sollen ihre Aktien in eine neue Holding einbringen. Das Tauschverhältnis müssen Investmentbanken noch ausrechnen.

Die Nachricht von der Einigung zwischen BA und Iberia kam überraschend. Anfang Juli hieß es noch, dass die beiden Fluggesellschaften zusammen mit ihrem Oneworld-Partner American Airlines lediglich ihre Kooperation bei den Transatlantikrouten verstärken wollten.

Entsprechend heftig fiel die Reaktion an der Börse aus. BA-Titel, die zu Handelsbeginn noch ordentlich nachgegeben hatten, drehten nach der Bekanntgabe der Fusionspläne ins Plus und legten in der Spitze bis zu acht Prozent zu. Iberia legten gar um zwanzig Prozent zu.

„Für Iberia kommt der Zusammenschluss recht, weil die Spanier sich im Nordamerikageschäft bislang kaum nennenswert positionieren konnten“, hieß es beim Madrider Broker Venture¿&¿ Finance. Auch Iberia-Hauptaktionär Caja Madrid gab ihr Plazet zu den Fusionsplänen. In der Vergangenheit hatte sie nichts unversucht gelassen, um zu verhindern, dass Iberia in ausländische Hände fällt.

Quelle: Welt Online