Beschäftigung

Kurzarbeit rettet Arbeitsmarkt vor Absturz

Stefan von Borstel

Der Winter ist außergewöhnlich lang und hart. Und dennoch schnellt die Zahl der Arbeitslosen im Februar nicht dramatisch in die Höhe: Nicht 70.000 wurden arbeitslos, wie prognostiziert, sondern 26.000. Schlimmeres hat die Kurzarbeit verhindert. Und es gibt Anzeichen, dass die Zahl der Beschäftigten zunimmt.

Wieder einmal haben die Pessimisten daneben gelegen. Um 70.000 werde die Zahl der Arbeitslosen im Februar nach oben schnellen, sagten die Arbeitsmarktexperten voraus. Tatsächlich waren es gerade einmal 26.000 – eine Zunahme, die im Winter durchaus üblich ist. Zum Erstaunen der Auguren setzt sich das deutsche Jobwunder damit fort. Obwohl der Exportweltmeister Deutschland weitaus stärker von der Weltwirtschaftskrise betroffen ist als andere Länder, stieg die Arbeitslosigkeit bei weitem nicht so stark wie in den USA, Großbritannien oder Spanien.

Das liegt vor allem natürlich an der Kurzarbeit. Sie hat sich in der Krise als Wunderwaffe gegen die Arbeitslosigkeit erwiesen. Statt eines radikalen Arbeitsplatzabbaus, statt „Hire and Fire“, haben die Exportunternehmen in der Industrie in dieser Krise beschlossen, an ihren Leuten festzuhalten. Zu gut können sie sich noch an die Zeiten im Boom erinnern, als sie unter Fachkräftemangel litten. Das soll ihnen im nächsten Aufschwung nicht passieren.

Der Staat hat dies großzügig gefordert. Mit Erfolg: 1,5 Millionen Kurzarbeiter gab es im Mai 2009. Heute sind es nur noch 800.000. Doch anders als befürchtet wechselten die Kurzarbeiter nicht direkt in die Arbeitslosigkeit.

Die Chancen, dass der Arbeitsmarkt mit einem blauen Auge davon kommt, wachsen. Die Beschäftigung legt inzwischen wieder zu. Zu einem kräftigen Aufschwung am Arbeitsmarkt wird es jedoch in absehbarer Zeit nicht kommen. Auch bei verbesserter Auftragslage werden Unternehmen zunächst nicht neu einstellen, sondern Kurzarbeit zurückfahren und die geleerten Arbeitszeitkonten der Belegschaft wieder füllen.

Quelle: Welt Online

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