Neue Initiative

EU will Bonuszahlungen an Manager begrenzen

Die Europäische Kommission bereitet eine Initiative zur Begrenzung von Bonuszahlungen an Manager vor. Das kündigte Kommissionspräsident José Manuel Barroso an. Die Europäer hätten die Möglichkeit, Maßstäbe zu setzen für den Rest der Welt. Das jetzige Belohnungssystem sei "ethisch nicht vertretbar"-

"Exzessive Bonuszahlungen verleiten Finanzmanager dazu, unvertretbare Risiken einzugehen. Die Folgen sehen wir jetzt in der Finanzkrise“, sagte Barroso dem „Hamburger Abendblatt“. Daher solle ein System geschaffen werden, das die Gier nach schnellen Gewinnen zügele und Scheitern nicht belohne.

Details will die Kommission den Angaben zufolge im April oder Mai vorstellen. Barroso rief die Mitgliedsstaaten zu schnellem Handeln auf. Die Europäer hätten die Möglichkeit, Maßstäbe zu setzen für den Rest der Welt. Der Präsident betonte: „Es ist wirklich ein Skandal, was manchmal vor sich geht. Wir erleben eine Privatisierung der Gewinne und eine Sozialisierung der Verluste. Das ist ethisch nicht vertretbar.“

Vor dem Vorbereitungstreffen zum Weltfinanzgipfel der G-20, das am Sonntag im Bundeskanzleramt stattfindet, forderte Barroso eine bessere globale Finanzmarktaufsicht und entschlossenes Vorgehen gegen Protektionismus. Darüber hinaus appellierte er an die Mitgliedstaaten, den Anstieg der Arbeitslosigkeit mit finanziellen Hilfen für Unternehmen zu begrenzen.

„Gesunde Firmen, die allein wegen der Wirtschaftskrise in Turbulenzen geraten, sollten Geld vom Staat bekommen, damit sie auf Jobabbau verzichten“, sagte Barroso. „Das Geld könnte in die Weiterbildung jener Mitarbeiter fließen, für die es gegenwärtig weniger oder keine Arbeit gibt.“

Der Kommissionspräsident begrüßte das zweite Konjunkturpaket der Bundesregierung, mahnte Deutschland aber zur Einhaltung des Stabilitäts- und Wachstumspakts. „Deutschland hat einen sehr wertvollen Beitrag zur Bekämpfung der Krise geleistet“, sagte er. „Aber es ist ebenso wichtig, einen Weg aus der Verschuldung zu finden.“ Barroso mahnte: „Wir dürfen keine kurzfristigen Maßnahmen ergreifen, die unvereinbar sind mit nachhaltigem Wirtschaften.“

Grundsätzlich offen zeigte sich Barroso für die Verstaatlichung von Banken. Zwar glaube er nicht, dass der Staat der bessere Banker sei. „Aber manchmal können Eingriffe in den Bankensektor notwendig sein“, betonte er. Wichtig sei, dass „der Eingriff auf eine bestimmte Zeit begrenzt bleibt“. Der Präsident verwies auf die gegenwärtige Sondersituation, in der „die Verstaatlichung von Finanzinstituten als letzte Möglichkeit zur Wiederherstellung von Stabilität und Vertrauen notwendig werden kann“.

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Quelle: Welt Online