Debatte um Einwegabgabe

Umwelthilfe fordert 20 Cent extra auf Einwegverpackungen

Berlin. Der Vormarsch von Einweg-Getränkeverpackungen soll nach einem Vorschlag der Deutschen Umwelthilfe (DUH) mit einer Einwegabgabe von 20 Cent zusätzlich zum Pfand gestoppt werden. Zugleich fordern die Umwelthilfe, mittelständische Brauereien, Mineralwasser- und Erfrischungsgetränke-Hersteller von der Politik eine klarere Kennzeichnung auf den Flaschen. "Die Hersteller von Getränken in Einwegverpackungen scheuen keine Tricks, um die gesetzlichen Regelungen zum Mehrwegschutz zu unterlaufen", so DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch. Er berichtete über Coca-Cola-Dosen mit dänischer Aufschrift, die ohne Pfand und Logo im deutschen Getränkehandel aufgetaucht seien.

Mehr als ein Drittel der Verbraucher gehe davon aus, dass Pfandflaschen immer nur Mehrwegflaschen seien, sagte Resch. "Die Getränkekonzerne und Discounter verfolgen unerbittlich ihr Ziel, den Markt mit Einwegflaschen zu überrollen und die mittelständischen Konkurrenten vom Markt zu fegen." Das betreffe nicht nur die Umwelt, sondern gefährde 170 000 Arbeitsplätze. Der Geschäftsführer des Verbandes Private Brauereien, Roland Demleitner, forderte die Bundesregierung auf, eine klarere Kennzeichnungspflicht und eine Einwegabgabe von 20 Cent durchzusetzen.