Arbeitsmarkt

Einige Subunternehmer der Bahn zahlen Dumpinglöhne

Die Deutsche Bahn ist durch den Einsatz von Billigkräften bei Subunternehmern in die Kritik geraten. Bei Ausschreibungen erhalte häufig die billigste Firma den Zuschlag, was zu Lohndumping, illegalen Beschäftigungsverhältnissen und Verstößen gegen das Arbeitszeitgesetz führe, berichten die ZDF-Journalisten Christian Esser und Astrid Randerath in dem "Schwarzbuch Deutsche Bahn" unter Berufung auf den gewerkschaftsnahen Verein Mobifair.

In anonymisierter Form werden drei Beispiele von Firmen genannt, die Stundenlöhne von 1,50 bis 6,50 Euro gezahlt hätten. Vor allem im Gleisbau würden Arbeiter aus Osteuropa ohne entsprechende Ausbildung eingesetzt. Dabei würden Arbeitszeiten überschritten. Die Mitarbeiter arbeiteten teilweise monatelang täglich elf Stunden an sieben Tagen in der Woche. Auch bei der Schneereinigung werden laut "Süddeutsche Zeitung" Billigkräfte aus Osturopa eingesetzt. Die Deutsche Bahn missbilligte gestern ausdrücklich den Einsatz von Billiglohnkräften.

Unterdessen machte Bahnchef Rüdiger Grube deutlich, dass das Unternehmen 2009 trotz der Wirtschaftskrise Gewinne gemacht habe. "Im Geschäftsjahr 2009 schreibt die DB eine kräftige schwarze Zahl", sagte der Bahnchef dem Magazin "Focus". Zugleich forderte der Vorstandschef eine Mehrwertsteuersenkung für Zugtickets. Grube verwies darauf, dass viele europäische Bahnen keinen oder einen stark verminderten Mehrwertsteuersatz zahlten. "Auch wir brauchen eine ermäßigte Mehrwertsteuer von sieben Prozent für Fahrscheine."