Verschmelzung

Neuer Gewerkschaftsriese für die Eisenbahner

Die beiden Bahngewerkschaften Transnet und GDBA wollen zu einer neuen Verkehrsgewerkschaft verschmelzen. Mit mehr als 260 000 Mitgliedern wird diese die fünftgrößte Gewerkschaft unter dem Dach des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

Frankfurt. Die Gründung soll auf einem gemeinsamen Gewerkschaftstag in einem Jahr erfolgen. Die Fusion wurde am Freitag einstimmig von den Spitzengremien der Gewerkschaften beschlossen. Nun muss noch der Gewerkschaftstag des DGBA im Dezember zustimmen.

Die Verschmelzung ist das größte Zusammengehen von Gewerkschaften in Deutschland seit der Gründung der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di 2001 aus fünf Gewerkschaften. Unabhängig davon gibt es noch die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), die sich an der Fusion nicht beteiligt.

Das bisherige Nebeneinander von Transnet und GDBA habe keinen Sinn mehr gemacht, sagte Transnet-Chef Alexander Kirchner. Bereits seit Jahren hatten die beiden Gewerkschaften in einer Tarifgemeinschaft kooperiert und gleiche Ziele verfolgt. "Grabenkriege und sinnlose Konkurrenz senken den Organisationsgrad", sagte Kirchner. Transnet und GDBA erteilten Spartengewerkschaften eine Absage. "Die Starken müssen sich auch für die Schwachen einsetzen."

Die kampfstarke GDL, die zuletzt eigene Verträge bei der Bahn durchsetzte, bleibt selbstständig: "Wir wollen unseren Kurs einer starken, unabhängigen Interessensvertretung unbeirrt fortsetzen."