Aus Angst vor globaler Rezession

Börsen weltweit im Abwärtssog

Nach den Kursgewinnen der vergangenen Tage hat die Finanzkrise die internationlen Aktienmärkte wieder voll erfasst. In Japan brach der Nikkei-Index um 11 Prozent ein, die Wall Street erlebte den zweithöchsten Tagesverlust seiner Geschichte und in Frankfurt rutschte der Deutsche Aktienindex (Dax) zum Handelsbeginn um 5 Prozent ab.

Frankfurt a.M.. Nach dem Einbruch am Morgen lag der Dax am Vormittag noch mit gut 3 Prozent im Minus. Ein weiterer Abschlag von 150 Punkten nach den schweren Verlusten des Vortags drückte das Börsenbarometer auf etwa 4.710 Punkte. Deutsche Post, Postbank und Bayer verloren jeweils etwa 8 Prozent, allein VW und Deutsche Telekom lagen von den 30 Werten im Plus.

Der japanische Ministerpräsident Taro Aso machte die USA für den neuerlichen Börsenabsturz verantwortlich. Der US-Rettungsplan sei unzureichend, sagte der Regierungschef vor Abgeordneten in Tokio. Der Nikkei verbuchte ein Minus von 1.089,02 Punkten oder 11,41 Prozent und ging bei 8.458,45 Punkten aus dem Handel.

Börsen setzen weltweit ihre Talfahrt fort

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"Der massive Ausverkauf an der Wall Street hat eine weitere Verkaufswelle in Tokio ausgelöst", sagte der Analyst Kazuki Miyazawa von Daiwa Securities. "Aber was die amerikanischen und japanischen Märkte wirklich unter Druck setzt, ist die wachsende Angst vor einer globalen Rezession."

In Südkorea gab der Leitindex um 9,25 Prozent nach. Dort hatte die Ratingagentur Standard & Poor's eine mögliche Abstufung von sieben Großbanken nicht ausgeschlossen. In Hongkong gaben die Kurse um 6,2 Prozent nach, Singapur lag 7,3 Prozent im Minus, Australien 6,7 Prozent. An der Moskauer Micex-Börse wurde der Handel am Donnerstag wegen stark fallender Kurse ausgesetzt.

Am Mittwoch war der New Yorker Dow-Jones-Index um 733 Punkte oder 7,87 Prozent auf 8.577,91 Punkte gefallen. Dies war der zweithöchste Tagesverlust des Börsenbarometers; der bisher größte Einbruch wurde erst am 29. September registriert.

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( ap, abendblatt.de )

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