Tarifverhandlungen in Hamburg vertagt

Keine Einigung bei norddeutschen Metallern

Viel Hoffnung auf einen baldigen Abschluss machte die erste Verhandlungsrunde nicht. Die Gewerkschaft fordert acht Prozent mehr Geld und argumentiert mit der guten Ertrags- und Auftragslage, doch genau die sieht die Arbeitgeberseite durch die Finanzkrise gefährdet.

Hamburg. Es habe sich gezeigt, dass die Tarifparteien noch sehr weit auseinander seien, auch was die Einschätzung der Branchensituation angehe, sagte Jutta Blankau, die Bezirksleiterin der IG Metall Küste, in Hamburg.

Die Gewerkschaft fordert acht Prozent mehr Geld für die Beschäftigten und verweist auf die gute Auftrags- und Ertragslage der Metallunternehmen im Norden. Vor dem Verhandlungshotel versammelten sich rund 200 Metaller aus Betrieben in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und dem nördlichen Niedersachsen, um für die Gewerkschaftsforderung zu demonstrieren.

Die Arbeitgeber verwiesen dagegen auf rückläufige Auftragseingänge. Sie wollen die Entgelte deutlich geringer anheben, ohne jedoch bereits ein Angebot vorzulegen. "Das oberste Ziel muss sein, alle Arbeitsplätze durchs Konjunkturtal mitzunehmen", sagte der Verhandlungsführer und Präsident des Arbeitgeberverbandes Nordmetall, Ingo Kramer. Er räumte ein, dass die Branche in den vergangenen Jahren gute Erfolge erreicht habe. Es gebe aber zusätzliche Risiken durch die Finanzkrise. Die Wirtschaftslage habe sich seit dem Sommer dramatisch verändert.

Beide Seiten wollen einen zügigen Abschluss anstreben und die Verhandlungen nicht übermäßig in die Länge ziehen. In den kommenden Tagen werden die Verhandlungen bundesweit in fünf weiteren Tarifbezirken aufgenommen. Die Tarifverhandlungen für den Norden sollen am 23. Oktober in Bremen fortgesetzt werden; ein weiterer Verhandlungstermin ist bereits für den 3. November vereinbart. Die Friedenspflicht endet am 31. Oktober, anschließend sind Warnstreiks möglich.